Medizin – Bei Lungenüberblähung Atembeschwerden lindern – DAPD
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Neue Verfahren Bei Lungenüberblähung Atembeschwerden lindern

DAPD

19.04.2012

Neue Verfahren gegen Lungenüberblähung können Atembeschwerden lindern.   Foto: sassi  / pixelio.de
Neue Verfahren gegen Lungenüberblähung können Atembeschwerden lindern.

Foto: sassi / Pixelio

Berlin – Bestimmte Patienten mit einem Lungenemphysem können von neuen Verfahren zur Lungenvolumenreduktion profitieren. Ein Lungenemphysem ist durch eine zunehmende Lungenüberblähung gekennzeichnet. Infolge dieses Volumenzuwachses wird das unter der Lunge sitzende Zwerchfell in seinen Muskelbewegungen bei der Atmung zunehmend eingeschränkt. Dies erschwert zusehends jeden Atemzug der Patienten – ihre Atmung wird immer ineffizienter und ihre Atembeschwerden verschlimmern sich.

Erleichterung verschaffen kann eine Lungenvolumenreduktion: Dabei werden Lungenareale, die besonders stark vom Emphysem betroffen und nicht mehr funktionstüchtig sind, entweder chirurgisch entfernt oder die Emphysemgebiete durch das Einbringen von Ventilen oder mithilfe von Wasserdampf verkleinert. "Zur Schrumpfung überblähter Lungenbereiche können im Rahmen einer Lungenspiegelung (Bronchoskopie) bei leichter Kurznarkose spezielle Ventile in ausgesuchte Segmente der Bronchien eingesetzt werden, die das Ausströmen von Luft aus den betroffenen Arealen erlauben, ein weiteres Einströmen von Luft aber verhindern", erläutert Joachim Ficker, diesjähriger Präsident des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der gerade in Nürnberg stattfand. In manchen Fällen sei es auch möglich, durch ein kontrolliertes, genau dosiertes Einbringen von Wasserdampf (bronchoscopic thermal vapor ablation) das betreffende Areal gezielt zur Schrumpfung zu bringen. Der kontrollierte Wärmereiz führe zu einer Entzündung und Vernarbung des Emphysemgewebes, das dann allmählich schrumpfe, so dass die besser erhaltenen Lungenareale mehr Platz hätten.

Geeignet können solche Verfahren insbesondere für Patienten mit einem sogenannten inhomogenen Lungenemphysem sein, bei dem die Lunge nicht gleichförmig Schaden genommen hat. Ob und für wen eines der innovativen Verfahren in Frage kommt, kann aber erst nach ausführlichen Untersuchungen entschieden werden. "Da die genannten, innovativen bronchoskopischen Verfahren bei unkritischer Anwendung oder unzureichender klinischer Erfahrung mit erheblichen Risiken verbunden sein können, sollten sie den schwerstkranken Patienten nur dann angeboten werden, wenn ein versiertes Team aus Radiologen, Pneumologen, Thoraxchirurgen und Intensivmedizinern mit ausreichend Erfahrung und Expertise zur Verfügung steht", betont Ficker.    (dapd)

 

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