Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
17.07.2012
Foto: David Hecker/ddp
Buxtehude – Die Bergung des nach einer Explosion evakuierten deutschen Containerfrachters "MSC Flaminia" im Atlantik kommt in Gang. Am Dienstag erreichte mit dem Containerschiff "Hanjin Ottawa" ein Schiff der Reederei NSB den Havaristen, teilte das Buxtehuder Unternehmen mit. Zudem werde der erste der beiden aus Europa entsandten Schlepper demnächst bei der "MSC Flaminia" erwartet, sagte eine Sprecherin auf dapd-Anfrage.
Die "Hanjin Ottawa" war von der Reederei zum Unglücksort westlich der Azoren umgeleitet worden, um für NSB selbst die Schäden abzuschätzen. Bisher könne aber noch nicht gesagt werden, wie stark der unter deutscher Flagge fahrende Containerfrachter "MSC Flaminia" in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Aus noch ungeklärter Ursache war es am Samstag nach einem Feuer in einer Ladeluke an Bord der "MSC Flaminia" zu einer Explosion gekommen. Dabei war ein Seemann gestorben, ein weiterer wird vermisst und drei wurden verletzt. Danach war das 2001 in Dienst gestellte Schiff durch andere Frachter in der Nähe evakuiert worden und treibt seitdem unbemannt auf dem Nordatlantik.
Der 300 Meter lange Frachter "MSC Flaminia" war zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem Weg von Charleston im US-Bundesstaat South Carolina nach Europa. An Bord befanden sich nach Reederei-Angaben 23 Besatzungsmitglieder sowie zwei Passagiere. Die Seeleute stammen aus Deutschland, Polen und von den Philippinen, wie die britische Küstenwache in Falmouth mitteilte, die einen Notruf der "MSC Flaminia" aufgefangen hatte.
Der schwer verletzte Seemann sei am Montag in eine Spezialklinik auf das portugiesische Festland verlegt worden, teilte NSB weiter mit. Die anderen beiden Verletzten könnten voraussichtlich bis Ende der Woche nach Hause zurückkehren. Zu ihrer Nationalität wollte die NSB-Sprecherin auf dapd-Anfrage keine Angaben machen.
Die Versicherung sei eingeschaltet, hieß es am Montag bei der Münchner Fondsgesellschaft Conti. Die Versicherung hatte das Schiff über einen geschlossenen Schiffsfonds finanziert, in dem nur dieser Frachter geführt wird. Zusätzliche Kosten für die Anteilseigner des Fonds seien aber nicht zu erwarten, sagte ein Conti-Sprecher mit Hinweis auf die Versicherung. Derzeit ist noch unklar, wie hoch der Schaden aus dem Unglück der "MSC Flaminia" für Reederei und Schiffseigner ist.
(dapd)
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