Unternehmen – Bericht über weiteren Investor für Karstadt – DAPD
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Goldman Sachs mitbeteiligt Bericht über weiteren Investor für Karstadt

DAPD

23.05.2010

Berlin (apn) Wenige Tage vor Ablauf der Frist für Übernahmeangebote gibt es für den insolventen Karstadt-Konzern offenbar einen dritten Interessenten. Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ will nun auch das Immobilienkonsortium Highstreet, an dem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Mehrheit der Anteile hält, die 120 Karstadt-Häuser übernehmen und als Konzern erhalten. Ob Karstadt tatsächlich gerettet werden kann, ist aber weiter offen: Die Stadt Köln hat als einziger Standort dem Verzicht auf Gewerbesteuer noch nicht zugestimmt.

Ein Sprecher des Karstadt-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg sagte am Sonntag auf DAPD-Anfrage, dass die Entscheidung von Köln, auf die Gewerbesteuer zu verzichten, im Laufe des Dienstags erwartet werde. Wenn die Stadt nicht auf ihre Forderungen verzichte, könne der Insolvenzplan nicht in Kraft treten.

Unterdessen erwägt das Immobilienkonsortium Highstreet nach Informationen der „Bild am Sonntag“ offenbar, die insolvente Warenhaus-Kette zu übernehmen. Das Blatt beruft sich auf Informationen aus Verhandlungskreisen. Danach will Highstreet, dem bereits die Immobilien von 86 Karstadt-Filialen gehören, noch diese Woche dem Insolvenzverwalter ein entsprechendes Angebot machen. Zunächst hatte die Investorengruppe Triton als einziger Interessent für Karstadt gegolten. Am Freitag war dann mit der Investmentgesellschaft Berggruen Holdings ein weiterer Übernahmebewerber auf den Plan getreten.

Dem Blatt zufolge geht Highstreet jetzt sogar als Favorit in die Schlussrunde: In Geheimverhandlungen habe sich das Konsortium bereits mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di auf die Details einer Übernahme geeinigt. Danach soll es bei den rund 25.000 Beschäftigten keine Entlassungen in größerem Umfang geben. Zudem sollen die Mitarbeiter künftig für individuelle Leistungen einen Bonus erhalten.

Allerdings soll die Wochenarbeitszeit der Karstadt-Mitarbeiter von jetzt 37,5 auf 39,5 Stunden ohne Lohnausgleich erhöht werden. Die Beschäftigten sollen diesen Plänen zufolge mit zusammen rund 15 Prozent am Unternehmen beteiligt werden. Zudem wolle Highstreet auch mit einer Reduzierung der Mieten für die Karstadt-Häuser einen Sanierungsbeitrag leisten.

Eine ver.di-Sprecherin dementierte jedoch, dass es Geheimverhandlungen gegeben habe. Sie könne sich allerdings vorstellen, dass Highstreet ein Angebot abgebe. Bis Freitag habe das Konsortium noch die Möglichkeit, ein Gebot einzureichen, das dann genau geprüft werde, fügte die Sprecherin hinzu.

Metro weiter an einzelnen Häusern interessiert

Als Kaufpreis sind dem Bericht zufolge 40 Millionen Euro im Gespräch. Auch der Metro-Konzern soll nach dem Zeitungsbericht noch als Interessent im Rennen sein, allerdings nicht für den gesamten Konzern. Vorstandschef Eckhard Cordes habe in einem Brief an Insolvenzverwalter Görg erneut Interesse an der Übernahme einer größeren Anzahl von Karstadt-Häusern signalisiert, „um diese Standorte in einem Gesamtkonzept mit unserer Kaufhof-Warenhauskette zusammenzuführen“.

Das am Freitagabend bekanntgewordene Angebot des Investors Nicolas Berggruen hat offenbar einen langen Vorlauf. „Seit mindestens sechs Monaten beschäftigt sich ein großes Team intensiv damit“, sagte Berggruen, der sich zurzeit in Afrika aufhält, der „Berliner Morgenpost“. Jetzt fühle er sich so gut vorbereitet, um sagen zu können: „Ich kann das Unternehmen retten. Das ist eine seriöse Angelegenheit.“

Der 48-Jährige betonte, er habe kein Interesse an kurzfristiger Gewinnmaximierung und einem schnellen Weiterverkauf des Unternehmens. Sein Hauptinteresse sei, dass die Gespräche mit Highstreet als Haupteigentümer der Karstadt-Immobilien schnell fortgeführt werden. Der Fonds der US-Bank Goldman Sachs habe bereits signalisiert, weiter über die Mietforderungen zu verhandeln. Anders als der bisherige Karstadt-Kaufinteressent Triton erwartet Berggruen nach eigenen Angaben keine weiteren Zugeständnisse vom Personal des Warenhauskonzerns. „Von dort sind bereits derartige Zugeständnisse gemacht worden, dass jetzt Schluss sein muss“, wird Berggruen zitiert.

Triton hatte jüngst mit Rückzug gedroht, nachdem er vergeblich Zugeständnisse der Arbeitnehmer verlangt hatte. So sollten 4.000 der 25.000 Stellen bei Karstadt wegfallen. Allerdings hat sich die Gewerkschaft ver.di auch skeptisch zum Übernahmeangebot Berggruens geäußert. (AP)

 

 

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