Fußball – Berlin ist fit fürs Endspiel – Stefan Lange und Holger Mehlig
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Fußball

Berlin ist fit fürs Endspiel

Stefan Lange und Holger Mehlig

20.06.2006

Deutsche Fussballfans in Berlin 20. Juni 2006. (AP Photo/Franka Bruns)
Deutsche Fussballfans in Berlin 20. Juni 2006. (AP Photo/Franka Bruns)

Berlin - «Steht auf, wenn ihr Deutsche seid» - diesen Fangesang brauchte am Dienstag in Berlin niemand. Beim Spiel Deutschland gegen Ecuador waren in der Hauptstadt wohl mindestens eine Million Fußballbegeisterte auf den Beinen. Das eindrucksvollste Bild gab die Fan-Meile am Brandenburger Tor ab, wo mit insgesamt 700.000 Menschen fast zehn Mal so viele Fans wie im Berliner Olympiastadion den Sieg der deutschen Mannschaft feierten.

Die Kamera aus dem Polizeihubschrauber zeigte Bilder ungeheurer Fußball-Freude. Fans aus Ecuador - nach Schätzungen waren rund 10.000 in der Stadt - feierten einträchtig mit den deutschen Anhängern. Die hatten natürlich mehr zu jubeln und machten bei jedem Treffer der Klinsmann-Elf aus der zwei Kilometer langen Fan-Meile ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer. Bis auf ein paar bengalische Feuer verlief die Zusammenkunft der Massen nach Polizeiangaben zumindest bis zum Abpfiff friedlich.

Eine friedvolle Atmosphäre herrschte auch im ausverkauften Olympiastadion. Die gelb gewandeten Fans aus Ecuador hatten allerdings kaum eine Chance, sich gegen die deutschen Farben zu behaupten. Viele deutsche Fans hatten sich entsprechend bemalt, einige trugen gar Perücken in den deutschen Farben.

Pfiffe für Adler-Fahne

Unmut und Pfiffe kamen allerdings auf, als ein Transparent mit der Aufschrift «Auf des Adlers Schwingen werden wir den Sieg erringen» und eine riesige Fahne mit einem darauf abgebildeten Adler entrollt wurden. Beide wurden nach den lautstarken Protesten jedoch auch schnell wieder eingepackt.

In der benachbarten Waldbühne versammelten sich 22.000 Fans zum gemeinsamen Fußballgucken. Auffällig war hier, dass viele Familien mit Kindern angereist waren.

Die Polizei, mit insgesamt 5.000 Beamten im Einsatz, hatte den Zulauf der vielen Fans offenbar gut im Griff. Obwohl die S-Bahnen zum Olympiastadion überfüllt waren, ließen sich die Fans auch davon nicht stören. An den Stadiontoren wurden sie zügig abgefertigt, die Organisation klappte.

Schwerere Zwischenfälle gab es den Angaben zufolge nicht, die Menschenmassen hatten alle nur ein Ziel: Gemeinsam das Spiel zu sehen. Und nach dem Abpfiff ein weiteres: «Finale!» brüllten die deutschen Fans im Olympiastadion. Sollten sie Recht behalten, kann sich die Hauptstadt auf eine weitere Fußball-Feier der Superlative freuen. Das Endspiel wird schließlich in Berlin ausgetragen, und die Stadt scheint gut gerüstet.

(AP)

 

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