Nachrichten Deutschland – Berlin verzeichnet drastischen Anstieg bei Wohnungseinbrüchen – Susann Fischer
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Banden aus Osteuropa vermutet Berlin verzeichnet drastischen Anstieg bei Wohnungseinbrüchen

Susann Fischer

22.07.2012

Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäuser in Berlin um mehr als 47 Prozent auf 1.219 Fälle gestiegen.  Foto: Thorben Wengert / pixelio.de
Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäuser in Berlin um mehr als 47 Prozent auf 1.219 Fälle gestiegen.

Foto: Thorben Wengert / Pixelio

Berlin – Die Berliner Polizei beklagt einen dramatischen Anstieg bei der Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser. Im ersten Halbjahr 2012 habe sich die Zahl dieser Delikte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 13 Prozent auf 5.919 erhöht, sagte Innensenator Frank Henkel (CDU) der "Berliner Morgenpost" (Sonntagausgabe). Dabei sei die Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäuser und Villen um mehr als 47 Prozent auf 1.219 Fälle gestiegen. Bei Wohnungseinbrüchen habe es eine Steigerung um 6,4 Prozent auf 4.700 Fälle gegeben. Laut der Kriminalitätsstatistik der Polizei sank allerdings die Gesamtzahl der Straftaten in der Hauptstadt im ersten Halbjahr um 2,7 Prozent.

Henkel betonte, schon seit einigen Jahren sei ein signifikanter Anstieg bei Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäuser zu beobachten. Nach Erkenntnissen der Ermittler habe es Berlin dabei vor allem mit Tätergruppen aus Osteuropa zu tun, "die international arbeiten und hoch professionalisiert sind".

Die Banden hätten offensichtlich Kontaktpersonen in Berlin, die Tatgelegenheiten auskundschafteten. Hätten die Täter dann ihre Straftaten begangen, würden sie schnell wieder aus der Stadt verschwinden. Die Polizei spricht laut Henkel von "reisenden Tätern".

Taten nicht verharmlosen

Der CDU-Politiker mahnte: "Wir dürfen die Taten nicht verharmlosen." Oft werde vergessen, was für ein traumatisches Erlebnis ein Einbruch in die eigenen vier Wände, in die Intimsphäre sei. Das sei oft schlimmer als der materielle Schaden. Die Anstrengungen zur Bekämpfung der Einbruchsdelikte müssten deshalb verstärkt werden.

Aus Sicht von Henkel muss sowohl die Prävention als auch die Repression verbessert werden. Der Senat werde in Kürze beschließen, die kostenpflichtige Präventionsberatung der Polizei künftig wieder kostenfrei anzubieten. Das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, lasse sich oft mit einfachen technischen Mitteln minimieren.

Mit Blick auf die sehr mobilen Täter müsse zudem der Informationsaustausch der Behörden verbessert werden – "und das endet nicht an den deutschen Grenzen", betonte der Innensenator und ergänzte: "Zudem sind wir dabei, die Kräfte bei Polizei und Staatsanwaltschaft zu bündeln und zu konzentrieren."

Zahl der Straftaten insgesamt sinkt

Nach Angaben der Polizei wurden im Halbjahr insgesamt 244.163 Straftaten in der Hauptstadt registriert. Im Vorjahreszeitraum waren es 250.903 Taten gewesen. Besonders positiv ist die Entwicklung bei den Schwarzfahrern: Die Zahl der Strafanzeigen wegen des Erschleichens von Leistungen im öffentlichen Nahverkehr sank um mehr als die Hälfte auf 5.067. Die Zahl der Autodiebstähle verringerte sich um mehr als ein Viertel auf 2.565.

Demgegenüber war im ersten Halbjahr ein Anstieg bei den Taschendiebstählen (+22,8 Prozent auf 7.312 Fälle), den Rohheitsdelikten (+3,5 Prozent auf 31.893 Fälle) sowie den Raubtaten (+4,9 Prozent auf 3.264 Fälle) zu verzeichnen.

(dapd)

 

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