Aktuelle Nachrichten – Menschen
25.10.2012
Foto: dapd/Timur Emek
Berlin – Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hat laut einem Zeitungsbericht verhalten auf die Freilassung zweier Tatverdächtiger im Zusammenhang mit der tödlichen Prügelattacke am Alexanderplatz reagiert. "Ich kann meine Unzufriedenheit mit dieser Entscheidung nur schwer unterdrücken", sagte Henkel der "Berliner Morgenpost" (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. "Das will ich nicht verstehen, und ich kann mir vorstellen, dass es auch die Ermittler frustriert."
Die zwei Tatverdächtigen, die sich selbst gestellt hatten, waren am Donnerstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Ein Richter habe in beiden Fällen keine Untersuchungshaft angeordnet, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Zwar habe ein 21-Jähriger wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge einen Haftbefehl erhalten, er sei jedoch wegen seines Geständnisses und seiner sozialen und familiären Bindungen freigelassen worden. In diesem Fall hat die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben Beschwerde eingereicht und aufschiebende Wirkung beantragt.
Ein 19-Jähriger ist dem Sprecher zufolge verdächtig, den Begleiter des 20-Jährigen angegriffen zu haben. Den Jugendlichen, der im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag, soll er nicht attackiert haben. Deshalb müsste er sich im Falle einer Anklage lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft prüft eine Beschwerde gegen die Entscheidung des Haftrichters.
Derweil arbeitet die Berliner Polizei weiter fieberhaft an der Aufklärung des Falls. Am Donnerstag lief die Fahndung nach drei namentlich bekannten Tatverdächtigen weiter auf Hochtouren. Ein 19-Jähriger, der am Dienstag festgenommen worden war, erhielt bereits am Mittwoch Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Insgesamt sind bei der Polizei 40 Hinweise zu dem Fall eingegangen.
Das Opfer war in der Nacht zum 14. Oktober von mehreren jungen Männern am Alexanderplatz bewusstlos geprügelt worden. Der 20-Jährige starb am Tag darauf an seinen Verletzungen. Die Öffentlichkeit kann sich am Sonntag (28. Oktober) im Haus der Begegnung in Charlottenburg von dem jungen Mann bei einer Gedenkfeier verabschieden.
dapd
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