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Aktuelle Nachrichten – Gesundheit

Bessere Versorgung für Demenzkranke gefordert

DAPD

11.03.2008

Berlin – Die 1,5 Millionen Altersverwirrten in Deutschland werden aus Sicht von Psychiatern nur unzureichend ärztlich versorgt und müssen zum Teil nur deshalb ins Heim. So erhielten nur etwa 45 Prozent der Demenzkranken Arzneien gegen ihre Krankheit, meldete die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie am Dienstag aus einer Umfrage unter 900 Pflegediensten. In Bonn soll ein Deutsches Demenzzentrum zur Erforschung und besseren Versorgung beitragen, wie Forschungsministerin Annette Schavan ankündigte.

Pfleger klagen über zu wenig Informationen

Nach Angaben des Gerontopsychiatrie-Verbandes beklagten die Pfleger in der Befragung, dass sie in vielen Fällen zu wenig Informationen vom Arzt bekämen und diese auch zu selten Kontakt zum Patienten hätten. Auch die Informationsweitergabe bei der Entlassung nach einem Krankenhausaufenthalt sei unzureichend.

Die befragten Pflegedienste betreuten rund 13.000 Patienten, bei denen eine Demenz ärztlich diagnostiziert war. Sie vermuteten bei rund 7.000 weiteren Betreuten ebenfalls Altersverwirrtheit, ohne dass ein Arzt dies bescheinigt hatte. Eine frühe Diagnose und die entsprechend Pflege, sozialtherapeutische Betreuung und Versorgung mit Arzneien könne jedoch ein längeres Wohnen zu Hause ermöglichen und helfen, Kosten zu sparen.

Pflegende Angehörige sind überfordert

„Die medizinische und pflegerische Situation der Demenzkranken muss dringend und nachhaltig verbessert werden“, erklärte Verbandsvorsitzender Hans Gutzmann. „Viele pflegende Angehörige sind überfordert, und das ist die Hauptursache, dass Demenzkranke ins Heim umziehen müssen.“ Er plädierte dafür, den Kostenstreit zwischen Kranken- und Pflegeversicherung zu überwinden und die Versorgung „aus einem Topf“ zu finanzieren.

Derzeit werden etwa drei Viertel aller Demenzpatienten zu Hause versorgt. Die finanzielle und pflegerische Hauptbelastung trügen die Angehörigen. Pflegedienste helfen der Umfrage zufolge hauptsächlich bei der Körperpflege und der Behandlung der Kranken.

Schavan sagte, im Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn solle die international führende Forschung gebündelt werden. Dem Zentrum werden sechs Partnerstandorte in Göttingen, München, Tübingen, Magdeburg, Witten und Rostock zur Seite gestellt. Die Bundesregierung fördert die Einrichtungen mit 60 Millionen Euro im Jahr. Durch Erforschung von Krankheitsursachen, neue Möglichkeiten der Prävention und Früherkennung, die Entwicklung wirksamer Therapien und die besten Formen der Pflege solle den Menschen ein besseres Leben ermöglicht werden.

http://www.dggpp.de/

http://www.bmbf.de/ (AP)

 

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