Aktuelle Nachrichten – Deutschland
13.06.2012
Foto: AFP/Getty Images
Göttingen – Ein Göttinger Mediziner soll einen ausländischen Patienten gegen eine hohe Geldzahlung bei der Lebertransplantation bevorzugt haben. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte am Mittwoch, dass gegen den ehemaligen Leiter der Transplantations-Chirurgie am Göttinger Universitätsklinikum sowie gegen den Patienten wegen Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung ermittelt werde. Auch gegen zwei Verantwortliche eines Unternehmens aus Nordrhein-Westfalen, das den Kontakt zwischen dem Patienten und dem Arzt vermittelt haben soll, laufen Ermittlungen.
Die Operation in Göttingen sei im ersten Halbjahr 2011 erfolgt, sagte Staatsanwältin Serena Stamer der Nachrichtenagentur dapd. Ob der 45-jährige Oberarzt den Eingriff selbst vornahm, ob er zuvor die Warteliste für Lebertransplantationen manipulierte und welche Summe er gegebenenfalls von dem Patienten gefordert oder angenommen hat, sei Gegenstand der Ermittlungen. Die Göttinger Wohnung des Arztes wurde bereits im Mai durchsucht.
Auslöser für die Ermittlungen war Ende 2011 ein anonymer Hinweis an die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Diese hatte daraufhin die Staatsanwaltschaft, die Ärztekammer und die Leitung der Universitätsklinik über die Vorwürfe informiert. Die Krankenhausleitung habe sich inzwischen von dem Mediziner getrennt, sagte ein Sprecher. Der verdächtigte Professor war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (dapd)
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