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Betreiber von japanischem Reaktor korrigiert Fehlinformationen

Eric Talmadge

18.07.2007

Kashiwazaki-Kariwa nuclear power plant in Kashiwazaki, Niigata Prefecture (State), Japan. (AP Photo/Koji Sasahara)
Kashiwazaki-Kariwa nuclear power plant in Kashiwazaki, Niigata Prefecture (State), Japan. (AP Photo/Koji Sasahara)

Kashiwazaki – Nach dem schweren Erdbeben in Japan gerät die Informationspolitik der Betreiber des beschädigten Atomkraftwerks Kashiwazaki immer mehr in die Kritik. Die Firma TEPCO musste am Mittwoch weitere Fehlinformationen korrigieren. So seien rund 400 Fässer mit Atommüll umgekippt und nicht 100, wie zunächst angegeben, erklärte das Unternehmen. Von 40 habe sich der Deckel gelöst. Bereits zuvor hatte TEPCO eingeräumt, dass nach dem Beben am Montag deutlich mehr Radioaktivität austrat, als es früher geheißen hatte.

Die Zahl der Toten nach dem Erdbeben erhöhte sich unterdessen auf zehn. Die Polizei entdeckte am Mittwochabend die Leiche eines 76 Jahre alten Mannes in den Trümmern eines eingestürzten Tempels in Kashiwazaki.

Das Leck in der Atomanlage sei um die Hälfte größer gewesen, als ursprünglich gemeldet, erklärte der Kraftwerksbetreiber und berief sich auf einen Rechenfehler. Statt der angegebenen 60.000 handele es sich um 90.000 Becquerel. Diese Menge liege aber immer noch weit unter den kritischen Werten, erklärte TEPCO. Das Unternehmen war bereits in die Kritik geraten, weil es Probleme wie einen Brand in einem Transformator zu spät veröffentlichte.

Unterdessen wurde bekannt, dass das Atomkraftwerk Kashiwazaki offenbar in der Nähe einer geologischen Störungszone steht. Messdaten deuteten darauf hin, dass unter dem Meeresboden nahe der Anlage die Grenze zwischen zwei tektonischen Platten verlaufe, erklärte ein Sprecher von TEPCO.

TEPCO-Chef Tsunehisa Katsumata entschuldigte sich bei der Bevölkerung für „den Ärger und die Sorgen“, die das Unternehmen verursacht habe. Es habe sich aber im Wesentlichen gezeigt, dass die Sicherheitsmaßnahmen funktioniert hätten, sagte er. Am Dienstag legte TEPCO eine Liste mit Dutzenden Funktionsstörungen vor, die infolge des Bebens der Stärke 6,8 entstanden. Unter anderem liefen rund 1.200 Liter schwachradioaktives Wasser ins Meer. TEPCO-Sprecher Akitsuka Kobayashi sagte, Inspekteure hätten bestätigt, dass aus den umgestürzten Fässern Atommüll herausgefallen sei.

Die Atomanlage Kashiwazaki ist gemessen an der Stromproduktion die größte der Welt. Sie liegt nur 19 Kilometer vom Epizentrum des Erdstoßes vom Montag entfernt und hatte sich während des Bebens automatisch abgeschaltet.

IAEA fordert gründliche Untersuchung

Der Bürgermeister von Kashiwazaki zeigte sich am Mittwoch besorgt und ordnete die Schließung der Anlage auf unbestimmte Zeit an. Sie dürfe erst wieder in Betrieb genommen werden, wenn ihre Sicherheit gewährleistet sei, sagte Hiroshi Aida. Die Regierung hat bereits angekündigt, die Anlage müsse erst einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden, bevor sie wieder hochgefahren werden könne.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) forderte Japan auf, den Vorgang transparent und gründlich zu untersuchen. Es müsse geprüft werden, ob daraus Lehren für andere Atomkraftwerke weltweit gezogen werden könnten, erklärte IAEA-Generaldirektor Mohamed ElBaradei in Malaysia.

Auch die japanische Autoindustrie ist von den Folgen des Erdbebens betroffen. Mehrere große Autohersteller mussten am Mittwoch ihre Produktion herunterfahren oder vorübergehend einstellen, weil die Fabrik eines großen Zulieferbetriebs im Erdbebengebiet beschädigt wurde und deshalb nicht liefern konnte. (AP)

 

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