Aktuelle Nachrichten – Europa
04.06.2009
Zürich – Die Schweizer Bevölkerung fordert gemäss einer Univox-Befragung von den Behörden wieder mehr Einsatz für den Umweltschutz. Als wichtigste Punkte würden Energiesparen, Schutz vor Klimaveränderungen und die Verringerung schädlicher Abgase genannt, teilte das Forschungsinstitut gfs-zürich am Donnerstag mit.
Im Vergleich zur Umfrage von 2005 stieg im vergangenen Jahr die Forderung an die Behörden, mehr für die Umwelt zu tun, wieder deutlich, wie die Autoren festhalten. Jeweils rund zwei Drittel forderten ein stärkeres Engagement der Behörden beim Energiesparen (69 Prozent), beim Schutz vor Klimaveränderungen (64 Prozent) und der Verringerung schädlicher Abgase aus Heizung, Industrie und Autos (64 Prozent). Besonders stark sei die Steigerung in den Bereichen Energiesparen mit plus 26 Prozentpunkten. Beim Natur- und Landschaftsschutz stiegen die Zahlen um 19 Prozentpunkte auf 49 Prozent, beim Kampf gegen die Zersiedelung um 17 Prozentpunkte auf 53 Prozent. Verglichen mit 2005 rückläufig war einzig die Forderung nach vermehrtem Schutz vor den Risiken der Gentechnologie, bei der noch 43 Prozent der Befragten (minus sieben Prozentpunkte) ein vermehrtes Engagement der Behörden befürworteten.
Für eine Umverteilung von öffentlichen Geldern zu Gunsten des Umweltschutzes sprachen sich neu 51 Prozent (plus zwei Prozentpunkte) der Befragten aus – 41 Prozent waren dagegen. Eine besonders hohe Zustimmung wurde bei den Westschweizern (58 Prozent), den Frauen (55 Prozent), bei Menschen mit einem tiefen Haushaltseinkommen (61 Prozent) und bei Menschen mit einer tiefen Bildung (59 Prozent) festgestellt. Am ehesten Gelder dafür einsparen würden die Befragten bei der Landesverteidigung (62 Prozent), gefolgt vom Strassenbau (45 Prozent), dem Bereich Sport und Kultur (20 Prozent) sowie der Landwirtschaft (19 Prozent).
Gestiegen ist im Vergleich zu 2005 in allen Bereichen auch die Handlungsbereitschaft der hiesigen Bevölkerung, etwas für den Umweltschutz zu tun. Dabei wollen Herr und Frau Schweizer vor allem beim Kauf neuer Elektrogeräte auf den Stromverbrauch achten, Produkte mit weniger Verpackung bevorzugen und beim Kauf von Nahrungsmitteln auf Produktionsweise und Herkunft achten.
Die Umweltproblematik hat im Vergleich mit anderen Bedrohungen stark an Bedeutung gewonnen und steht erstmals seit 1995 wieder an erster Stelle der Bedrohungswahrnehmung. Als grösste Umweltgefahr gaben die Befragten den Temperaturanstieg, die Luftverschmutzung und den Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft an. (AP)