Wiesbaden – In Deutschland sinken die Ausgaben für Bildung. Sowohl die absoluten Zahlen bei den Bildungsausgaben als auch ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) gingen von 2003 bis 2005 zurück, wie Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch zeigen. Zwar floss etwas mehr Geld in Kindergärten, Schulen, Hochschulen und Tagesstätten – allerdings zu Lasten anderer Bildungsangebote. Insgesamt umfasste das Bildungsbudget 2005 144,8 Milliarden Euro, was 3 Milliarden Euro weniger waren als 2003. Der BIP-Anteil sank in diesem Zeitraum von 6,8 auf 6,5 Prozent.
Der Rückgang der gesamten Bildungsausgaben liegt laut Statistischem Bundesamt vor allem an geringeren Bildungsausgaben der Bundesagentur für Arbeit, die 3,8 Milliarden Euro weniger zur Verfügung stellte. Dadurch gingen die öffentlichen Ausgaben für die Förderung der Weiterbildung zurück.
Die Ausgaben für Bildungseinrichtungen in öffentlicher und privater Trägerschaft – also Kindergärten, Schulen und Hochschulen – stiegen zwar leicht von 114,4 Milliarden Euro im Jahr 2003 auf 115,6 Milliarden Euro im Jahr 2005. Gleichzeitig sank aber der Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 5,3 auf 5,2 Prozent. Insgesamt ging das Bildungsbudget in Deutschland von 147,8 Milliarden Euro im Jahr 2003 (Anteil am BIP: 6,8 Prozent) auf 144,8 Milliarden Euro (Anteil am BIP: 6,5 Prozent) zurück.
Einen großen Teil der Finanzierung von Bildung, Forschung und Wissenschaft brachten im Jahr 2004 private Haushalte, Unternehmen und Organisationen ohne Erwerbszweck sowie das Ausland auf: Von ihnen stammten 37,0 Prozent der Mittel. 39,3 Prozent brachten die Bundesländer auf, 12,6 Prozent die Kommunen und 11,0 Prozent der Bund.
Der Deutsche Kulturrat beklagte die aus seiner Sicht unzureichenden Investitionen in Bildung. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Jürgen Zöllner, unterstrich im AP-Gespräch, dass Hochschulen trotz Studiengebühren nicht mit mehr Geld planen könnten: „Die Gesetzmäßigkeiten der öffentlichen Haushalte – insbesondere in Zeiten knapper Kassen – führen mit einem gewissen Automatismus dahin, dass an den Hochschulhaushalten gekürzt wird, wenn diese eigene Einnahmen zu verzeichnen haben.“
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte von der Politik, endlich mit den vollmundigen Ankündigungen Ernst zu machen: „Wenn es ums Geld geht, wird der Bildungsbereich weiter als Sparschwein missbraucht“, sagte GEW-Chef Ulrich Thöne. Mit einer sozial verträglichen Erhöhung der Erbschaftsteuer könnten zweckgebunden zusätzliche Gelder für das Bildungswesen mobilisiert werden.
Die Studenten in den neuen Bundesländern sind am zufriedensten mit der Ausstattung ihrer Universitäten. Dies ergab eine Umfrage im Rahmen des CHE-Hochschulrankings, wie „Zeit Campus“ mitteilte. Auf Platz eins liegt Sachsen-Anhalt, gefolgt von Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Schleswig-Holstein, Bayern und Brandenburg belegen die Plätze fünf bis sieben. (AP)