Nachrichten - Verbraucherschutz, Testberichte – Bio-Geflügelhof und Vermarkter dürfen nicht mehr mit Öko-Produkten handeln – DAPD
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Bio-Schwindel Bio-Geflügelhof und Vermarkter dürfen nicht mehr mit Öko-Produkten handeln

DAPD

22.01.2009

Paderborn – Wegen mutmaßlichen Etikettenschwindels im großem Stil dürfen ein Bio-Geflügelhof und dessen Vermarktungsfirma im Kreis Paderborn in den nächsten zwei Jahren nicht mehr mit Ökoprodukten handeln.

Man habe den Betrieben das Öko-Siegel entzogen, weil Hühner und Puten trotz des Einsatzes von konventionellem Futter als Bio-Fleisch verkauft worden seien, sagte ein Sprecher des Landesamts für Natur, Umwelt Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP. Die Staatsanwaltschaft Paderborn ermittelt unter anderem wegen Betrugsverdachts gegen die Betreiber des Geflügelhofes.

Mitarbeiter des Landesamts waren dem Schwindel bei einer Routineüberprüfung auf die Schliche gekommen. Der Öko-Bauer soll laut dem Landesamt-Sprecher mehrere 100 Tonnen konventionelles Futter statt Bio-Futtermittel geordert haben. „Das verkaufte Geflügelfleisch ist deswegen nicht schlecht, aber es handelt sind eben nicht um Bio-Ware,“ sagte der Sprecher. Die Kunden hätten also schlicht zu viel für die Produkte bezahlt.

Staatsanwaltschaft noch am Anfang ihrer Ermittlungen

Nach der Aufdeckung des Etikettenschwindels sei dem landwirtschaftlichen Betrieb im Dezember auferlegt worden, unverzüglich seine Kunden darüber zu informieren, dass das Geflügel nicht der EG-Ökoverordnung entspreche. Auch die Biokennzeichnung habe von der Ware entfernt werden müssen, erklärte das Landesamt.

Kontrollen des Landesamtes im Januar hätten jedoch gezeigt, dass die Vertriebsfirma dieser Vorgabe nicht ausreichend nachgekommen sei. Insbesondere Tiefkühl-Geflügelware sei weiterhin mit Biolabel vermarktet worden. Daher habe man sich entschlossen, nicht nur dem Geflügelhof selbst, sondern auch der Vermarktungsfirma das Recht zum Handel mit dem Öko-Siegel zu entziehen, sagte der Sprecher.

Die vom Landesamt eingeschaltete Staatsanwaltschaft Paderborn steht nach eigenen Angaben noch am Anfang ihrer Ermittlungen. Den Betreibern des Geflügelhofes drohten Geld- und Freiheitsstrafen, sollte sich der Verdacht falscher Etikettierung erhärten, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. (AP)

 

 

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