ETD-ARTICLES_Miscellaneous – BioFach 2008 – Silke Jelkic
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – ETD-ARTICLES_Miscellaneous

BioFach 2008

Silke Jelkic

07.03.2008

Porreesprossen-Käse, eine absolute Neuheit unter Käseprodukten. (Bastiaansen)
Porreesprossen-Käse, eine absolute Neuheit unter Käseprodukten. (Bastiaansen)

Lassi kommt aus Indien und wird dort schon seit mehreren hundert Jahren von den Mahradschas genossen. Das Bio LASSI der Molkerei Biedermann AG in der Schweiz, eine Kombination aus schweizer Biomilch und Früchten nach indischer Rezeptur, wurde auf der BioFach zum „Renner des Jahres" gekürt.

Insgesamt wurden auf der wichtigsten Messe für Bio-Produkte in diesem Jahr 391 neue Produkte gemeldet. Davon 79 auf der Vivaness, Fachmesse für Naturkosmetik und Wellness und 312 auf der BioFach selber. Als „Renner des Jahres" wurden sechs Produkte ausgezeichnet. Das sind Neuheiten vom Vorjahr, die in den ersten vier Monaten nach Markteinführung am häufigsten über Scannerkassen in Naturkostfachgeschäften und Bio-Supermärkten gingen. Bei den zwei Jury-Preisen wird geschaut, wie innovationsfreudig ein Unternehmen ist. „Renner des Jahres" der BioFach wurden der Lassi Mango von der Molkerei Biedermann (Foto oben) und der Café Dia von Lebensbaum. Den Jury-Preis der BioFach erhielt eine Pina Colada von Voelkel. „Renner des Jahres" der Vivaness sind die Rosencreme leicht von Dr. Hauschka und die Pflanzenhaarfarbe Color Creme Teak von Logona. Der Jury-Preis der Vivaness ging an Lips Lippenbalsam soft bronze von Lavera.

Bio-Schafmilch-Projekt

Die Molkerei Biedermann erwarb 1998 die Lizenz zur Verarbeitung von Biomilch. Ein Meilenstein, wie in der Firmenwebseite, die allein schon durch die besonders ästhetische Gestaltung anspricht, nachzulesen ist. Danach ging es rasant aufwärts. Die Nachfrage nach Bioprodukten stieg und Coop war mit seinem Naturaplan-Programm in den Biohandel eingestiegen.

Bei den Anbietern auf der BioFach fällt immer wieder auf, dass ökonomische Ziele und ökologische Nachhaltigkeit in Einklang gebracht werden können. Biedermann zeigte mit seinem Bio-Schafmilch-Projekt, dass Schafmilchprodukte über ein beträchtliches Marktpotential verfügen. Bereits im Jahr 2002 schloss die Molkerei mit drei Bio-Landwirten aus der unmittelbaren Umgebung von Bischofszell Abnahmeverträge. Mittlerweile liefern über ein Dutzend Milchschafhalter mit Herdengrößen zwischen 60 und 250 Tieren ihre Milch ab, weil die Nachfrage nach Schafmilchprodukten immer größer geworden war.

Käse-Innovationen

Auch die Firma Bastiaansen setzt auf Schafskäse. „Aus Schafmilch wird noch mehr kommen", erklärt Marie Luise Bourgeois. „Ziege und Schaf sind Milcharten, die jetzt aufgrund von Allergieproblemen mehr und mehr bekannt sind. Und schmeckt natürlich auch gut." Eine Neuheit darf gleich probiert werden, der Belle Rouge. „Den testen Sie heut quasi den ersten Tag hier", lacht die Mitarbeiterin von Bastiaansen. „Das ist ein halbfester Schnittkäse mit Rotschmiere. Und er ist vom Wassergehalt in der Trockenmasse etwas höher. Daher auch die Cremigkeit, vergleichbar mit Ziegenribeaupierre oder Ribeaupierre."

Bastiaansen ist einer der Bio-Pioniere Hollands und hat eine über 30-jährige Erfahrung in der Herstellung biologischer Käse. Die Molkerei gehört heute zur Genossenschaft der Rouveen-Käsespezialitäten. „Wir haben ein Sortiment von über 70 Produkten, Schnittkäse Weichkäse, Frischkäse, aus Kuhmilch, Ziegenmilch, Schafmilch. Natürlich die Basisprodukte, sprich Gauda in allen Reifegraden, dann mit Kräutern, mit Basilikum, mit Bärlauch, mit Möhre und auch richtiggehende Spezialitäten", zählt Bourgeois auf. Beliefert wird von Bauern im Umkreis von 25 Kilometern um die Meiereien. Die Milch würde also nicht durch halb Europa gekarrt. Außergewöhnlich ist der hohe Qualitätsanspruch der Firma. Neben den - verglichen mit den recht verwaschenen EU-Bio-Standards - strengen Richtlinien der niederländischen Bio-Verbände, zu denen auch Demeter-Betriebe gehören, verpflichtet Bastiaansen seine Bauern noch zu weiteren Tiergesundheits- und Hygieneauflagen. Außerdem zahlt er den Bauern für längere Weidegangszeiten Milchpreiszuschläge. Das hilft zudem, die Existenz der Höfe zu sichern.

Besonders stolz ist man auf eine weitere neue Kreation (Bild mitte), einen Porresprossen-Käse, „da dies eine echte Innovation ist und es kein vergleichbares Produkt auf dem Markt gibt," sagt Bourgeois. Die Porresprossen werden dabei frisch verarbeitet.

Mischung aus Arabica und Robusta

Lebensbaum ist bekannt für seinen Kaffee. Der Café Dia, eine Mischung aus der hochwertigen Sorte Arabica und den günstigeren Robusta-Bohnen, wurde „Renner des Jahres". Er ist vakuumverpackt und im Preiseinstiegssegment angesiedelt. „Die Kombination aus hoher Qualität und einem günstigen Preis hat die Kunden in den Bioläden dauerhaft überzeugt und für die hervorragenden Absatzzahlen gesorgt", freut sich Christoph Gerhard, Vertriebsleiter bei der Ulrich Walter GmbH/Lebensbaum. Man wollte mit dieser Marke neue Käuferschichten erschließen und den Absatz für Bio-Kaffee forcieren, dessen Anteil gemessen am Gesamt-Kaffeekonsum nach wie vor gering sei. Das scheint dann ja wohl auch gelungen zu sein.

Mit welcher Konsequenz die Bio-Firmen alles ganzheitlich immer weiter auf Nachhaltigkeit ausrichten, daüber kann man auch bei Lebensbaum nur staunen. 2001 kamen neue Firmengebäude. Das Verwaltungsgebäude wurde konzipiert als Niedrigenergiehaus, die Produktions- und Lagerhallen erhielten eine hochwertige Wärmedämmung. Durch den Einsatz von Bewegungsmeldern und einer elektronischen Steuerung des Druckluftbedarfs wurde der Strombedarf reduziert. Das Altpapier wird in Presscontainern gesammelt, um so die Häufigkeit der Leerungen zu vermindern und der Außendienst hat Hybridfahrzeuge.

Text erschienen in Epoch Times Deutschland Nr. 10 (5. Mrz. - 11. Mrz. 2008)

 

Webnews einstellen
 
Anzeige
Anzeige