Aktuelle Nachrichten – Europa
12.01.2010
Foto: AP/PA)
London (apn) Der Sprecher des früheren britischen Premierministers Tony Blair hat Vorwürfe von Manipulationen der Geheimdienstberichte vor dem Irak-Krieg 2003 zurückgewiesen. Er habe das seinerzeitige Dokument zur Rechtfertigung des britischen Militäreinsatzes nicht „aufgemotzt“, sagte Alastair Campbell am Dienstag vor dem Irak-Untersuchungsausschuss in London. Auch hätten weder Blair noch irgendwelche anderen ranghohen Politiker die Geheimdienste angewiesen, manipulierte Informationen zu liefern.
In dem umstrittenen Papier hieß es, der damalige irakische Staatschef Saddam Hussein könnte binnen eines Jahres Atomwaffen besitzen. Damit rechtfertigte Blair seinerzeit die Kriegsbeteiligung, die in der Bevölkerung sowie auch in seiner Labour Party teilweise auf großen Widerstand stieß. Da im Irak niemals Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, wurde schon bald der Verdacht von Manipulationen laut. Campbell erklärte jedoch, die in besagtem Papier dargestellten Fakten seinen nicht übertrieben gewesen.
Der frühere Kommunikationschef ist einer der einflussreichsten damaligen Politiker, die bislang vom Irak-Untersuchungsausschuss vernommen wurden. Er bemühte sich indes, seine Bedeutung herunterzuspielen. Er habe an vielen wichtigen Besprechungen teilgenommen, aber keinen Einfluss auf politische Entscheidungen gehabt, sagte Campbell. Der neue Ausschuss nahm seine Arbeit Ende November auf. Blair dürfte Ende Januar oder Anfang Februar vernommen werden. (AP)
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