Menschen & Meinungen – Blockade mit Wohlfühlcharakter – Max Eckart
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Den Castor-Transport blockieren Blockade mit Wohlfühlcharakter

Max Eckart

27.11.2011

Unter den Demonstranten gegen den Castor-Transport ein Musikant, gesehen in Harlingen am 27. November 2011. Foto: Getty Images
Unter den Demonstranten gegen den Castor-Transport ein Musikant, gesehen in Harlingen am 27. November 2011.

Foto: Getty Images

Atomkraft-Gegner des Castor-Transportes blockieren am Sonntag (27.11.11) am Ortseingang von Gorleben die Zufahrtstraße zu dem Ort.
Atomkraft-Gegner des Castor-Transportes blockieren am Sonntag (27.11.11) am Ortseingang von Gorleben die Zufahrtstraße zu dem Ort.

Foto: Sascha Schuermann/dapd

Atomkraft-Gegner mit Strohsäcken.
Atomkraft-Gegner mit Strohsäcken.

Foto: AFP/Getty Images

Gorleben – "Wir sind gekommen, um zu bleiben", verkündet Martin. Der junge Hamburger ist einer von rund 900 Castor-Gegnern, die am Sonntagnachmittag am westlichen Ortsausgang von Gorleben die Straße besetzt haben, die auch der Castor-Transport auf seinem Weg ins Zwischenlager passieren muss. Von ihrem Camp im vier Kilometer entfernten Gedelitz aus sind die Aktivisten aufgebrochen, als die Nachricht kam, dass der Atommüllzug Lüneburg erreicht habe.

Martin sieht aus, als wolle er seiner Ankündigung Taten folgen lassen. Wie viele andere Blockierer sitzt er auf einem Strohsack. Er hat auch eine Isomatte und einen Schlafsack dabei. Gegen den heftigen Regen schützt er sich mit einer Folie.

Polizei hat ein Demonstrationsverbot verhängt

Am anderen Ende der Straßenblockade ist Polizei aufgefahren. Mehrmals schon hat der Einsatzleiter über eine große Lautsprecheranlage die Demonstranten aufgefordert, ihre Aktion abzubrechen. Die Versammlung sei nicht vom Gesetz geschützt, sagt er mit Blick auf das von der Polizei verhängte Demonstrationsverbot. Eine halbe Stunde hätten die Blockierer Zeit, die Straße zu verlassen.

"Das hat er schon ein paar Mal gesagt", winkt eine Frau ab. Sie glaubt nicht, dass eine Räumung unmittelbar bevorsteht. Der Castor-Transport sei gerade erst in Lüneburg losgefahren, es gebe noch mehrere Schienenblockaden, das Umladen der Castoren könne sich wegen des Sturms verzögern.

Straßenblockade mit Tradition

Hundert Meter von der Blockade entfernt haben die Castor-Gegner ein kleines Versorgungszentrum errichtet. Hier gibt es Tee, veganen Eintopf und ein Zelt zum Aufwärmen. Ein Mann mit Akkordeon spielt Adventslieder.

Die Straßenblockade bei Gorleben gehört seit Jahren zum traditionellen Protest-Repertoire der Atomkraftgegner im Wendland. "Eine Routine-Aktion ist das aber nicht", sagt Martin. Im vergangenen Jahr hat er hier auch mitblockiert. Da habe die Polizei eine ganze Nacht gebraucht, um die Fahrbahn freizubekommen. Allerdings hatten sich damals auch mehrere tausend Menschen an der Aktion beteiligt.

(dapd)

 

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