Sport News - Aktuelle Sport Nachrichten – Bouldern heißt die neue Trend-Sportart – Katja Heins
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Bis die Finger glühen Bouldern heißt die neue Trend-Sportart

Katja Heins

11.07.2012

Das Ziel beim Tisch-Bouldern ist es, den Tisch zu umklettern, ohne mit den Beinen den Boden zu berühren oder hängen zu bleiben.   Foto: Felix Kaestle/dapd
Das Ziel beim Tisch-Bouldern ist es, den Tisch zu umklettern, ohne mit den Beinen den Boden zu berühren oder hängen zu bleiben.

Foto: Felix Kaestle/dapd

Friedrichshafen – Die Muskeln sind angespannt, die Hände Magnesium-verstaubt, doch was zählt, ist nur der nächste Griff: Bouldern heißt die neue Trend-Sportart und steht für Klettern ohne Seil in Absprunghöhe. Der Zuwachs ist enorm. Der Deutsche Alpenverein (DAV) verzeichnete in den vergangenen Jahren eine Steigerung von 70 Prozent bei seinen aktiven Mitgliedern. Am Donnerstag (12. Juli) beginnt in Friedrichshafen die europäische Leitmesse "Outdoor". Auch dort wird Bouldern vier Tage lang ein Thema sein.

"Die Sportart zieht gerade wahnsinnig an. Das ist erst der Anfang einer Entwicklung", glaubt Thomas Bucher vom DAV. Die Faszination des Boulderns (englisch "Felsblock") liegt für den Kletterexperten in der Mischung aus spielerischem Können und Athletik. "Dadurch dass der Sportler nicht ständig schauen muss, ob er richtig gesichert ist, kann er sich auf schwierige oder spektakuläre Züge konzentrieren."

Als gefährlich stuft Bucher die Sportart ohne Gurt, bei der man sich von Griff zu Griff hangelt, aber nicht ein. Die Blöcke und Felsen seien meist nicht höher als vier, fünf Meter. "Vielleicht knickt mal jemand beim Aufkommen am Boden um. Größere Verletzungen sind aber selten."

Die eigene Kraft spüren und einzuschätzen lernen – darum geht es vielen Sportlern, die regelmäßig bouldern. Wer nicht mehr kann, springt einfach ab, Crash Pads am Boden schonen die Gelenke. So heißen die Matten, die beim Outdoor-Bouldern vor den Felsen ausgelegt werden können. Zum Transportieren passen sie in kleine Rucksäcke. In Indoor-Kletterhallen müssen diese aber nicht mitgebracht werden, die Böden dort sind ohnehin gepolstert.

"Ein großer Vorteil der Sportart: Man braucht nicht viel Material", sagt Bucher. Lediglich Schuhe mit dünner Sohle, enge Kleidung, ein Chalk-Bag, der Kreide-Beutel für Magnesium und die Matte seien nötig.

"Boulder-Kleidung ist lässiger als Kletterklamotten"

Trotz der übersichtlichen Ausrüstung konzentrieren sich schon viele Outdoor-Ausstatter auf dieses Segment. "Die Boulder-Kleidung ist viel lässiger als Kletterklamotten, viel stylischer und oft auch bunter", sagt Ariane Malfertheiner. Kleidungstechnisch sei das ein bisschen zu vergleichen mit Skifahren und Snowboarden. Bei der "Outdoor" ist ihre Firma aus Bozen mit Neuheiten vertreten. Die Climbing-Kollektion speziell für das Bouldern führt das Unternehmen bereits im dritten Jahr.

Die richtige Kleidung spielt auch bei einem eher spaßigen Ableger der Sportart eine Rolle: Dem Tisch-Bouldern. Auf der Internetplattform Youtube finden sich bereits zahlreiche Videos mit Sportlern, die versuchen, eine Bierbank zu umklettern, ohne mit den Beinen den Boden zu berühren oder hängen zu bleiben. Wintersportler kennen den Trend, der gerne nach dem dritten oder vierten Schnaps verfolgt wird, längst von den Berghütten in den Alpen.

Auf der "Outdoor" ist auch das "Table-Bouldern"als neue Sportart bis Sonntag (15. Juli) zu sehen. (dapd)

 

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