Biloxi/USA (apn) Nach dem provisorischen Verschließen des gigantischen Öllecks im Golf von Mexiko will der designierte BP-Vorstandsvorsitzende Bob Dudley den Kampf gegen die Ölpest zurückfahren. Der Zeitpunkt dafür sei gekommen, sagte Dudley am Freitag in Biloxi im US-Staat Mississippi. Das ändere aber nichts an der Entschlossenheit des britischen Ölmultis, die Umwelt an der US-Küste wieder in Ordnung zu bringen.
Es sei keineswegs zu früh, den bisher massiven Aufräum- und Ölbekämpfungseinsatz zu begrenzen. Denn wenn an einem Strand kein Öl mehr sei, müssten dort auch nicht Einsatzkräfte in Schutzanzügen sein. Bedenken, BP werde sich nicht langfristig an der Sanierung der von dem gigantischen Ölteppich verursachten Schäden beteiligen – seit der Explosion einer Bohrinsel am 20. April strömten zwischen 355 Millionen und 700 Millionen Liter Öl in den Golf – trat Dudley entgegen. Um dies zu managen, habe er den früheren Leiter der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA, James Lee Witt, und dessen darauf spezialisierte Firma Witt Associates engagiert.
Der Gouverneur des von der Ölverschmutzung mit seinen empfindlichen Ökosystemen besonders getroffenen US-Staat Louisiana, Bobby Jindal, forderte eine langfristige Beteiligung BPs an Aufräumarbeiten und Wiederherstellung einer intakten Umwelt. „Eines der Dinge, die wir heute absolut bekommen wollen ist, dass ihr Engagement hier langfristig ist“, sagte er.
Der scheidende BP-Chef Tony Hayward sagte unterdessen dem „Wall Street Journal“, er habe von Anfang an alles Menschenmögliche getan, um die Ölpest zu bekämpfen. Er habe aber erkannt, dass er um des Ansehens des Konzerns willen nun Platz für Dudley machen müsse, der am 1. Oktober seine Nachfolge antritt. „Ich wurde zum Bösewicht, weil ich das Richtige gemacht habe“, sagte er der US-Wirtschaftszeitung. (AP)