Aktuelle Nachrichten – Menschen
06.10.2012
Foto: dapd/Klaus-Dietmar Gabbert
Berlin – Nach den massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen in Ostdeutschland dauert die Ursachenforschung an. "Die Untersuchungen laufen weiter", sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Samstag der Nachrichtenagentur dapd.
Mit einem Ergebnis der komplexen Analysen sei erst in der kommenden Woche zu rechnen. Nach Behördenangaben ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Charge Tiefkühl-Erdbeeren den akuten Brechdurchfall bei rund 11.000 Kindern und Jugendlichen in den Bundesländern Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hervorrief.
In den Landeslaboren wurden bei einem beträchtlichen Teil der Patienten Noroviren nachgewiesen. In den Lebensmittelproben sei dieser Nachweis aber noch nicht gelungen, sagte der Sprecher des Bundesverbraucherschutzministeriums, Holger Eichele. Dennoch deute alles auf die Noroviren als Auslöser der Erkrankungen hin. Das in die Kritik geratene Catering-Unternehmen Sodexo entschuldigte sich bei den Betroffenen und kündigte Entschädigungen an. Wie genau diese aussehen, war zunächst unklar.
Das Robert-Koch-Institut hatte in den vergangenen Tagen Befragungen in Berliner Kitas sowie in Schulen in Sachsen, Thüringen und Berlin durchgeführt. Dabei zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Brechdurchfall und dem Verzehr von Erdbeerkompott. Neben Sodexo hatten auch zwei weitere Caterer Einrichtungen in Sachsen-Anhalt und Sachsen beliefert. Die Unternehmen bezogen die Früchte aus der gleichen Charge, die nach Angaben des brandenburgischen Verbraucherschutzministeriums von einem Direktimporteur aus China geliefert worden war.
Ob die Erdbeeren beim Anbau, während des Transports oder in der Verarbeitung verunreinigt wurden, müsse noch ermittelt werden, sagte Eichele. Eine Gefahr für die Verbraucher bestehe aber nicht. Die Früchte seien nur an Großkunden geliefert und die restlichen Bestände aus den Kühlhäusern zurückgerufen worden.
Sodexo bedauerte die Vorfälle: "Wir entschuldigen uns in aller Form bei den betroffenen Kindern und Familien." Gleichzeitig kündigte das Unternehmen Entschädigungen an. Wie diese konkret aussehen und ob sie den Kindern selbst oder den Schulen und Kitas zugutekommen, blieb zunächst unklar. Dies sei Sache des Unternehmens, sagte Ministeriumssprecher Eichele. Auch das Brandenburger Gesundheitsministerium kannte keine Details. Sie gehe davon aus, dass das Unternehmen in den kommenden Tagen auf die Betroffenen zugehen werde, sagte eine Sprecherin am Samstag. Bislang habe sich das Unternehmen überaus kooperativ verhalten.
Die Berliner Senatsverwaltung für Verbraucherschutz forderte unterdessen mehr Sorgfalt bei der Auswahl von Lebensmitteln, die zu Schulessen verarbeitet werden. "Erdbeeren Ende September müssen wirklich nicht sein", sagte Staatssekretärin Sabine Toepfer-Kataw der Zeitung "B.Z. am Sonntag". Stattdessen sollten den Kindern saisonale Produkte serviert werden.
dapd
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