Panorama - Aktuelle Nachrichten – Britischer Modedesigner McQueen tot in seiner Wohnung gefunden – Raphael Satter
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Aktuelle Nachrichten – Panorama

Hinweise auf Selbstmord Britischer Modedesigner McQueen tot in seiner Wohnung gefunden

Raphael Satter

12.02.2010

Blumen liegen vor dem Geschäft des britischen Designers Alexander McQueen in London und ein Schild wurde angebracht, um die Kunden zu informieren. Foto: AP Photo/Akira Suemori
Blumen liegen vor dem Geschäft des britischen Designers Alexander McQueen in London und ein Schild wurde angebracht, um die Kunden zu informieren.

Foto: AP Photo/Akira Suemori

London (apn) Der ebenso geniale wie umstrittene britische Modedesigner Alexander McQueen ist am Donnerstagmorgen tot in seiner Londoner Wohnung aufgefunden worden. Die näheren Umstände seines Todes waren zunächst unklar, manches deutet aber auf Selbstmord; die Polizei ging nicht von einem Verbrechen aus. Der 40-jährige McQueen galt lange Zeit als „enfant terrible“ der Modeszene. Von 1996 bis 2001 war er Designer des traditionsreichen französischen Modeunternehmens Givenchy. Zu seinen Kundinnen zählten Madonna, Lady Gaga oder Naomi Campbell.

Die Polizei teilte mit, sie sei am Vormittag gegen 10.20 Uhr zur Wohnung McQueens im Londoner West End gerufen worden. Die nächsten Angehörigen seien benachrichtigt worden. Das Boulevardblatt „The Sun“ berichtete auf seiner Webseite unter Berufung auf einen nicht näher benannten Informanten, der Designer sei erhängt aufgefunden worden. Erst am 2. Februar war McQueens Mutter gestorben. Ihr Tod hat ihn offenbar sehr erschüttert.

In wenigen Tagen soll die Londoner Fashion Week beginnen, bei der McQueen seine neueste Kollektion präsentieren wollte. Auch bei den Pret-a-porter-Shows im März in Paris stand sein Label auf dem Programm. Kollegen zeigten sich tief erschüttert vom Tod McQueens. Sie sei unglaublich traurig, teilte die Modeschöpferin Vivienne Westwood mit.

Der am 17. März 1969 geborene Designer studierte nach einer Ausbildung zum Herrenschneider unter anderem an der renommierten St. Martin's School of Art & Design in London. Gleich mit seiner ersten eigenen Kollektion gelang ihm 1992 der Durchbruch: Sie stand unter dem provozierenden Motto „Jack the Ripper“. Damit hatte McQueen sein Image als „enfant terrible“ weg.

Umso überraschender war 1996 seine Berufung als Chefdesigner des immer aus Diskretion bedachten Modehauses Givenchy, das dem Konzern LVMH von Bernard Arnault gehört. Allerdings war seine erste 1997 gezeigte Kollektion für Givenchy eher zurückhaltend, fast damenhaft, wie Kritiker urteilten. Auch in den folgenden Jahren blieb er eher zahm, für einen kleinen Skandal sorgte dann aber die überstürzte Absage seines Haute-Couture-Defilés im Januar 2001 – kurz zuvor hatte er Givenchy verlassen.

Givenchy „nur fürs Geld“

„Givenchy ist für mich ein Kompromiss“, sagte McQueen einmal in einem Interview. „Givenchy mache ich nur fürs Geld. Denn mit Givenchy finanziere ich McQueen.“ Sein eigenes Label und sein eigenes Modehaus in London führte McQueen stets weiter. Für einen Skandal sorgte dort 1998 die Verpflichtung des behinderten Models Aimee Mullins. McQueen wurde vorgeworfen, er habe das beinamputierte Mannequin wie ein Jahrmarktmonster ausgestellt. Der Designer wies dies zurück – er habe sich im Gegenteil für Behinderte einsetzen wollen.

Der Zeitung „Le Figaro“ sagte er damals: „Ich weiß, dass ich provoziere. Man muss nicht mögen, was ich tue, aber zumindest kann man es nicht ignorieren.“

2003 wurde McQueen von Queen Elizabeth II. als Commander of the British Empire (Kommandeur des britischen Imperiums) ausgezeichnet. (AP)

 

http://www.alexandermcqueen.com/

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