Aktuelle Nachrichten – International
11.01.2013
Foto: Javier Micora, Lizenz: dts-news.de/cc-by
Der britische Schatzkanzler George Osborne hat mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU gedroht. "Ich hoffe sehr, dass Großbritannien ein Mitglied der EU bleibt. Aber damit wir in der Europäischen Union bleiben, muss die EU sich verändern", sagte er der Tageszeitung "Die Welt".
Aus Sicht der britischen Regierung gefährde die engere Zusammenarbeit innerhalb der Währungsunion die Interessen der EU-Mitglieder, die nicht dem Euro angehören. "Wir begrüßen, dass der Euro gestärkt wird, aber wir wollen auch, dass die Rechte der Länder, die nicht Teil des Euro sind, bei diesen Veränderungen gewahrt bleiben", sagte Osborne. Der konservative Politiker verknüpfte seine Forderung nach einer Reform der EU mit einem grundsätzlichen Bekenntnis zu Europa. "Europa und Großbritannien brauchen einander und unsere Volkswirtschaften sind sehr eng miteinander verflochten. Mehr als die Hälfte der britischen Exporte gehen in die EU, wir verkaufen mehr nach Nordrhein-Westfalen als nach Indien", sagte Osborne. "Aber ich will aktiver Teil einer reformierten EU sein." Der britische Premierminister David Cameron will sich in diesem Monat grundsätzlich zu Großbritanniens künftiger Beziehung zu Europa äußern. Zuletzt hatte Cameron erklärt, dass ein neuer Konsens für die britisch-europäischen Beziehungen nötig sei. In Großbritannien wird beispielsweise ein Referendum über den Verbleib des Landes in Europa diskutiert. Schatzkanzler Osborne forderte außerdem mehr Unterstützung von der Bundesregierung auf europäischer Ebene. "Wir haben genügend Ideen für Europa, aber häufig ist es frustrierend, dass diese Ideen nicht umgesetzt werden. Wir würden uns wünschen, dass Deutschland uns stärker darin unterstützt, diese Ideen voranzutreiben", sagte Osborne. Die britische Regierung wolle beispielsweise die europäischen Binnenmärkte für Dienstleistungen, für digitale Dienste und Energie vorantreiben und vollenden. Auch Freihandelseinkommen mit den USA, Japan und anderen wichtigen Wirtschaftsräumen stünden auf der Wunschliste der Briten.
(dts Nachrichtenagentur)
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