Aktuelle Nachrichten – Lebensmittel
22.10.2008
Düsseldorf – Die Preise für Brot aus dem Supermarktregal und Backwaren vom Discounter dürften in den nächsten Monaten weiter steigen. Der Verband deutscher Großbäckereien betonte am Mittwoch in Düsseldorf, angesichts der nach wie vor hohen Energie- und Rohstoffpreise sei eine weitere Anhebung der Großhandelspreise von 2,5 bis 3 Prozent notwendig. Die Endverkaufspreise waren in den vergangenen 12 Monaten nach Angaben des Verbandes bereits um 7,3 Prozent gestiegen.
Besonders groß sei der Bedarf an Preisanhebungen wegen der hohen Energiekosten bei Tiefkühlbackwaren, aber auch bei Kuchen und Teilchen. Bei den Süßwaren seien die gestiegenen Produktionskosten in der Vergangenheit nicht in vollem Umfang an die Handelsketten und damit an die Endkunden weitergegeben worden.
Rund 60 Prozent des 15-Milliarden-Euro Umsatzes mit Brot- und Backwaren in Deutschland entfällt inzwischen auf die Großbäckereien, fünf Milliarden Euro auf größere Filialbäckereien, nur noch zwei Milliarden Euro auf „klassische“ Einzel-Bäckereien. Und der Marktanteil der Großbäckereien nimmt stetig zu. Tag für Tag schließen nach Verbandsangaben durchschnittlich drei kleine Bäckereien für immer ihre Tür, teils wegen ungelöster Nachfolgeprobleme, teils weil immer mehr Verbraucher ihr Brot lieber im Supermarkt kaufen.
Supermärkte und Discounter haben mit günstigen Preisen, immer mehr Brotsorten, Aufbackstationen und zusätzlichen Angeboten in der Tiefkühltheke ihren Marktanteil beim Brot in den vergangenen Jahren immer mehr vergrößert. Gleichzeitig sank die Zahl der kleinen Bäckereien von einst 30.000 auf derzeit noch 14.000.
Das meiste Brot wird in Deutschland inzwischen über Discounter verkauft – immerhin mehr als ein Drittel der Gesamtenge. Ein weiteres Drittel des Brotkonsum wird von SB-Warenhäusern, Supermärkten und von Backshops gedeckt, die direkt neben den Supermarktkassen eingerichtet wurden. Nur noch knapp ein Viertel des Absatzes entfällt tatsächlich auf Bäckereien.
Eine Ende dieses Trends ist nach Einschätzung des Verbandes Deutscher Großbäckereien noch nicht in Sicht. Der Anteil des Handels am Brotabsatz werde weiter steigen, prognostizierte Verbandspräsident Helmut Klemme. Der Verbraucher schätze die Möglichkeit alle Einkäufe an einem Ort zu erledigen. Außerdem seien die Kunden aufgrund der geringeren Kaufkraft preisbewusster geworden.
Zugleich wächst derzeit der Hunger der Bundesbürger auf Brot. Die Einkaufsmengen der Privathaushalte seien im ersten Halbjahr 2008 um fast drei Prozent gestiegen. „In Zeiten steigender Lebensmittelpreise besinnen sich die Verbraucher offensichtlich wieder stärker auf das Brot“, sagte Klemme. Schließlich sei es nach wie vor eine der preiswertesten Möglichkeiten, sich zu ernähren.
Insgesamt wurden 2007 in Deutschland pro Kopf rund 80 Kilogramm Brot produziert. Doch wird längst nicht alles auch aufgegessen. Der tatsächliche Konsum wird auf rund 62 Kilogramm geschätzt. (AP)
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