Aktuelle Nachrichten – Umwelt
17.08.2008
Lübeck – Der in der Ostsee umherirrende Buckelwal „Bucki“ ist am Freitag in der Lübecker Bucht aufgetaucht. „Das Tier scheint bei bester Gesundheit zu sein“, sagte Dirk Frese von der Wasserschutzpolizei Lübeck-Travemünde der AP. Das etwa acht bis zehn Meter lange Tier sei weder verletzt, noch verhalte es sich untypisch: „Es ist sehr verspielt, taucht immer wieder auf und schwimmt zwischen den Booten hin und her.“
Man habe gemerkt, dass sich „Bucki“ in der letzten Zeit an die Menschen gewöhnt habe, dennoch sei er scheu. Er sei abgetaucht, sobald Boote zu nah herangekommen seien, sagte Frese. Die Wasserschutzpolizei war aufgrund eines Tipps vom Ordnungsamt Timmendorf mit dem Schlauchboot rausgefahren und hatte das Tier circa einen Kilometer vom Strand entfernt zwischen der Niendorfer und der Timmendorfer Seebrücke angetroffen.
„Bucki“ war erstmals vor drei Wochen bei Rügen entdeckt und seitdem in polnischen, dänischen und nach unbestätigten Meldungen auch in schwedischen Gewässern gesichtet worden. Zuletzt tauchte er vor Warnemünde auf.
Experten gehen davon aus, dass sich „Bucki“ in der Ostsee verirrt hat. Er sei vermutlich in Richtung Arktis unterwegs gewesen, um sich dort eine Fettschicht anzufressen, und dabei „falsch abgebogen“. Buckelwale leben weltweit in den Ozeanen, wobei sie im Sommer meist in die Polregionen ziehen und sich im Winter in subtropischen Gewässern aufhalten. Die letzte Sichtung eines Buckelwales in der deutschen Ostsee vor „Bucki“ liegt bereits 30 Jahre zurück.
Frese rät davon ab, sich dem Wal mit kleinen Booten zu nähern: Auch ein noch so friedliches Tier stelle in dieser Größe eine Gefahr dar. Auch das Deutsche Meeresmuseum Stralsund warnt davor, sich „Bucki“ zu nähern – allerdings aus Angst um das Tier: So spannend und aufregend die Buckelwal-Sichtungen in der Ostsee für Einheimische und Touristen seien, so stressig sei die aktuelle Situation für den Meeressäuger selbst. (AP)
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