Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Buddhistische Klöster in Birma abgeriegelt – DAPD
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – International

Buddhistische Klöster in Birma abgeriegelt

DAPD

28.09.2007

Yangon, Birma.  (AP Photo)
Yangon, Birma. (AP Photo)

Rangun – Zur Niederschlagung der Massenproteste in Birma setzt die Militärjunta nun offenbar auf rigorose Abschottung. Wichtige buddhistische Klöster wurden am Freitag zu Sperrzonen erklärt, der öffentliche Zugang zum Internet wurde allem Anschein nach unterbrochen. In Rangun prügelten Soldaten laut Augenzeugen auf Demonstranten ein und gaben Warnschüsse ab, um eine Kundgebung aufzulösen. Die EU rief China und andere Nachbarländer zur Intervention auf.

Mit der Abriegelung der Klöster sollen die Mönche, die die jüngsten Massendemonstrationen anführten, von der Straße ferngehalten werden. In Rangun und Mandalay wurden wichtige Kreuzungen in der Nähe von Klöstern mit Stacheldraht abgesperrt. Aus diplomatischen Kreisen verlautete, die birmanische Regierung habe erklärt, dass sie die Mönche unter Kontrolle habe und sich nun den übrigen Demonstranten zuwenden werde.

Beobachter befürchteten noch schärferen Konfrontationen, falls die Einsatzkräfte gezielt gegen Zivilpersonen vorgehen sollten. Das hohe Ansehen der buddhistischen Mönche habe bislang noch für weitgehende Zurückhaltung gesorgt. Am Mittwoch und Donnerstag wurden nach offiziellen Angaben mindestens zehn Menschen getötet, als Sicherheitskräfte auf die Demonstranten schossen. Nach Einschätzung eines Diplomaten dürfte die tatsächliche Zahl der Todesopfer aber um ein Vielfaches höher liegen. Der australische Botschafter in Birma, Bob Davis, berief sich am Freitag auf unbestätigte Berichte von Augenzeugen, mit denen er gesprochen hatte.

Am Freitag gingen weit weniger Menschen auf die Straße als in den vergangenen Tagen. Die größte Demonstration fand in der Nähe der Sule-Pagode in Rangun statt. Rund 20 Militärlastwagen rückten an, und die Soldaten forderten die etwa 2.000 Demonstranten auf, sich binnen zehn Minuten zu entfernen. „Sonst schießen wir“, hieß es. Auch andernorts wurden kleinere Ansammlungen von 200 bis 300 Personen zum Teil gewaltsam aufgelöst.

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner appellierte an Birmas Nachbarstaaten, auf die Militärjunta Einfluss zu nehmen. Die Möglichkeiten der EU und der UN seien beschränkt, räumte Ferrero-Waldner im Bayerischen Rundfunk ein. Unterdessen brach der UN-Sondergesandte Ibrahim Gambari nach Südostasien auf. Nach UN-Angaben versicherte der birmanische Außenminister Nyan Win, Gambari sei als Gast in Rangun willkommen. Der UN-Menschenrechtsrat kündigte für Dienstag eine Dringlichkeitssitzung zur Lage in Birma an.

Japan und China wollen sich gemeinsam um eine Lösung der Krise in Birma bemühen. Der neue japanische Ministerpräsident Yasuo Fukuda sagte am Freitag, er habe sich mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao auf eine Zusammenarbeit geeinigt. China ist Birmas wichtigster Verbündeter, Japan ist der größte Entwicklungshilfe-Geber. Sanktionen schloss Fukuda zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus.

Dagegen verhängten die USA neue Wirtschaftssanktionen gegen Birma. Nach Angaben des Finanzministeriums sollen die Guthaben von 14 Regierungsvertretern eingefroren werden. Die Südostasiatische Staatengemeinschaft (ASEAN) forderte die birmanische Regierung auf, sich um eine politische Lösung der gegenwärtigen Krise zu bemühen. Man sei absolut empört über das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte, erklärten die ASEAN-Außenminister nach einem Treffen am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Birma gehört selbst zur ASEAN. (AP)

 

Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.

Folgen Sie uns auf Facebook , Twitter und Google+.

Schlagworte

 
Anzeige
Anzeige