Menschen & Meinungen – Bulgarische Diplomatin wird neue UNESCO-Chefin – Alfred de Montesquiou
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Irina Bokova Bulgarische Diplomatin wird neue UNESCO-Chefin

Alfred de Montesquiou

22.09.2009

Irina Bokova nach ihrem Sieg von 31 zu 27 Stimmen. (AP Photo/Jacques Brinon)
Irina Bokova nach ihrem Sieg von 31 zu 27 Stimmen. (AP Photo/Jacques Brinon)

Paris – Die bulgarische Diplomatin Irina Bokova wird neue UNESCO-Chefin. Die ehemalige Außenministerin und derzeitige Botschafterin in Frankreich setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 31 zu 27 Stimmen knapp gegen den umstrittenen Kulturminister Ägyptens Faruk Hosni durch. Wäre es bei dem Wahlgang am Dienstag nicht zu einer Entscheidung gekommen, hätte das Los entschieden – was in der Geschichte der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur bislang noch nie vorgekommen ist.

Die 57-jährige Bokova wird die erste Frau an der Spitze der UNESCO. Ihre Wahl erfülle sie mit „großer Freude und einer großen Verantwortung“, sagte sie. Zudem unterstrich die Diplomatin, dass sie ihre Amtszeit mit einer Kultur von Dialog und Verständigung ausfüllen will. „Die UNESCO, das ist Toleranz“, sagte sie. Das französische Außenministerium gratulierte ihr zugleich. Als engagierte und überzeugte Frau verfüge Bokova über „internationale und europäische Erfahrung“, die für das Gelingen ihrer Mission bürge.

Bokova muss nun am 15. Oktober von der UNESCO-Vollversammlung bestätigt werden, bevor sie den Japaner Koichiro Matsuura an der UNESCO-Spitze ablöst. Die Übergabe des Amtes ist für den 15. November geplant.

Bokova, die zunächst keineswegs als Favoritin galt, konnte sich erst in buchstäblich letzter Minute genügend Rückhalt sichern, nachdem mehrere Kandidaten ihre Bewerbung zurückgezogen hatten und es galt, einen starken Gegenkandidaten zu Hosni aufzubauen. Bokova trat bereits im Jahr 1976 ins bulgarische Außenministerium ein, in die Abteilung für UN- und Abrüstungsangelegenheiten. Von 1996 bis 1997 war sie kurzzeitig Außenministerin.

Hosni galt im Exekutivrat der UNESCO lange als Favorit, obwohl er als Kulturminister in Ägypten seit 22 Jahren auch für die Zensur verantwortlich zeichnet. Dass ausgerechnet er die UN-Organisation für Kultur und Bildung hätte leiten sollen, wurde von vielen Kritikern als geschmacklos empfunden. Zudem hatte er im vergangenen Jahr zur Verbrennung jüdischer Bücher aufgerufen. Später distanzierte er sich jedoch von der Aussage. (AP)

 

 

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