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18.08.2006
Wiesbaden - Nach dem Fund zweier Kofferbomben in Nahverkehrszügen gehen die Ermittler von einem terroristischen Hintergrund aus. Die Bundesanwaltschaft vermutet eine inländische terroristische Vereinigung hinter den versuchten Anschlägen, wie Bundesanwalt Rainer Griesbaum am Freitag in Wiesbaden erklärte. Die Ermittler fahnden jetzt nach zwei Personen, die die Koffer am Kölner Hauptbahnhof in den Zügen deponiert haben sollen.
Bei der Konstruktion der Bomben seien handwerkliche Fehler unterlaufen, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Eine Zündung habe bei beiden Sprengsätzen stattgefunden, es sei aber nicht zur Detonation gekommen. Die beiden Bomben hätten zeitgleich auf freier Strecke etwa zehn Minuten vor Eintreffen der Züge an ihren Zielorten explodieren sollen. Zeitpunkt der Zündung sei 14.30 Uhr gewesen.
Wahrscheinlich wäre mindestens der Waggon mit dem Sprengsatz ausgebrannt - der beigegebene Brandbeschleuniger hätte aber auch zu einem Übergreifen des Feuers auf andere Wagen führen können, sagte Ziercke. Eine Wiederholungsgefahr sei «durchausgegeben». Die Täter hätten vor der geplanten Detonation die Züge verlassen. Es habe sich also nicht um Selbstmordattentäter gehandelt. Bei den beiden Gepäckstücken seien arabische Schriftzeichen und Telefonnummern aus dem Libanon entdeckt worden.
Am Freitagmorgen wurde eine öffentliche Personenfahndung gestartet. Die beiden Kofferbomben waren am 31. Juli in Regionalzügen in Koblenz und Dortmund abgelegt worden. Die Ermittler zeigten auf der Pressekonferenz in Wiesbaden unter anderem Bilder von Überwachungskameras des Kölner Hauptbahnhofs, auf denen zwei Personen zu sehen waren, die offenbar die Kofferbomben in die Züge transportierten.
http://www.bka.de/
(AP)
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