Konjunktur – Bundesbank sieht keinen Grund für Konjunkturpessimismus – DAPD
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Bundesbank sieht keinen Grund für Konjunkturpessimismus

DAPD

28.03.2008

Frankfurt/Main – Trotz der schweren Turbulenzen auf den Finanzmärkten sieht Bundesbankpräsident Axel Weber weiterhin keinen Grund für Konjunkturpessimismus in Deutschland. „Abstriche am Konjunkturbild der Dezember-Prognose? ja. Gründe, die Konjunkturaussichten nun in trüben Farben zu malen? Eindeutig nein“, sagte Weber am Freitag bei einer Veranstaltung in Luxemburg laut Redemanuskript. Im Dezember hatte die Bundesbank ein Plus von 1,6 Prozent für 2008 vorausgesagte.

Bereits bei der Jahrespressekonferenz der Bundesbank Mitte März hatte Weber auf die konjunkturellen Bremsspuren wegen der Finanzmarktkrise hingewiesen. Das Wachstum des Bruttosozialprodukts dürfte die Rate von 1,5 Prozent dennoch nur leicht unterschreiten, hatte er damals gesagt.

Die deutsche Wirtschaft befinde sich in robuster Verfassung, betonte Weber erneut. Produktion und Auftragslage in der deutschen Industrie lägen deutlich über dem Vorjahresniveau und die Stimmung der Unternehmen in Deutschland sei weiterhin positiv. Der Ifo-Geschäftsklimaindex war im März überraschend weiter gestiegen.

Keine Anzeichen für weltweite Rezession

Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung im Euro-Raum dämpfte Weber, der auch Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank ist. Er wies auf einen „besorgniserregend hohen“ Preisdruck hin. Auch mittelfristig bestehe das Risiko steigender Verbraucherpreise. Die EZB hält den Leitzins im Euro-Raum wegen der gestiegenen Inflation seit vergangenem Sommer bei 4 Prozent stabil. Die US-Notenbank hatte die Zinszügel angesichts des Konjunktureinbruchs in dem Land dagegen in mehreren Schritten auf mittlerweile 2,25 Prozent gelockert.

Auch der Experte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Roland Döhrn, sieht derzeit keine Anzeichen für eine globale Rezession. Kapital sei weltweit reichlich vorhanden. „Und dieses Kapital sucht eine Anlagemöglichkeit“, sagte der Experte dem WDR.

Zwar habe der Konjunktureinbruch in den USA Folgen für Europa und damit auch für Deutschland. Es gebe aber bislang wenig Hinweise darauf, dass die US-Finanzprobleme das Wachstum in Deutschland zusätzlich dämpften.

Unterdessen kamen aus den USA erneut schlechte Konjunkturnachrichten. Angesichts der Finanzmarktkrise und steigender Energiepreise haben die US-Verbraucher im Februar ihre Ausgaben nur 0,1 Prozent erhöht. Es war die schwächste Entwicklung seit 17 Monaten und ein weiteres Anzeichen, dass die Gefahr einer Rezession in der größten Volkswirtschaft der Welt gestiegen ist.

Drei Viertel der Exporte in Europa

Der starke Euro scheint der deutschen Wirtschaft kaum etwas anzuhaben. Nach Einschätzung der Postbank werden die Ausfuhren in diesem Jahr um rund 6 Prozent zunehmen, 2009 sollen es 7 Prozent werden. „Zwar dürfte der hohe Eurokurs die Dynamik etwas bremsen. Solange aber die Weltkonjunktur und vor allem das globale Investitionswachstum solide bleiben, befürchten wir keinen Einbruch“, erklärte Marco Bargel, der Chefvolkswirt der Postbank.

Der Grund: Rund 43 Prozent der Exporte gehen den Angaben zufolge in die Euro-Partnerländer, 22 Prozent in die anderen EU-Länder und knapp 11 Prozent in die restlichen Länder Europas. Drei Viertel der deutschen Ausfuhren sind damit für Europa bestimmt. (AP)

 

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