Aktuelle Nachrichten – Verbraucherschutz
05.03.2007
Bonn – Vor mitunter gefährlichen Arzneimitteln aus dem Internet hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gewarnt. Besonders bei Anbietern verschreibungspflichtiger Arzneimittel von außerhalb der EU sei Vorsicht geboten, erklärte das Bundesinstitut am Montag in Bonn. Die angebotenen Medikamente könnten gefälscht oder mit anderen, zum Teil gesundheitsgefährdenden Wirkstoffen verunreinigt sein.
Das Institut wies auf eine Studie der US-Arzneimittelbehörde FDA hin. Demnach seien Internetangebote der Schlaf- und Beruhigungsmittel Ambien, Xanax, Ativan sowie des Antidepressivums Lexapro aufgetaucht, bei denen die Medikamente mit dem hochwirksamen Wirkstoff Haloperidol verunreinigt waren. Haloperidol wird zur Behandlung von Schizophrenie verwendet. Die Einnahme dieser gefälschten und mit Haloperidol-versetzten Arzneimittel berge die Gefahr schwerer Nebenwirkungen, erklärte das Bundesinstitut.
Eine weitere Studie des Zentrallabors Deutscher Apotheker habe verdächtige Internetangebote eines verschreibungspflichtigen Haarwuchsmittels mit dem Wirkstoff Finasterid überprüft, erklärte die Behörde. Alle gelieferten Arzneimittel seien illegal gewesen; ein großer Anteil habe als Fälschung identifiziert werden können.
Der Leiter des Bundesinstituts, Reinhard Kurth, riet, Internetangebote zu Arzneimitteln sehr genau auf ihre Seriosität zu prüfen: „Arzneimittelwerbung per unverlangter Email oder das Angebot, verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept liefern zu können, sind Hinweise auf unseriöse Anbieter. Wer Arzneimittel von solchen Anbietern erwirbt, läuft Gefahr, Arzneimittelfälschern aufzusitzen und seine Gesundheit zu gefährden.“
(AP)
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