Sport News - Aktuelle Sport Nachrichten – Bundesliga weiter vor 20.00 Uhr im Free-TV zu sehen – Nicole Lange
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Aktuelle Nachrichten – Sport

Übertragungsrechte Bundesliga weiter vor 20.00 Uhr im Free-TV zu sehen

Nicole Lange

24.07.2008

Das Logo der Deutschen Fussball-Liga DFL erscheint am Dienstag, 1. November 2005 im Sucher einer Fernsehkamera vor einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Das Bundeskartellamt informiert bei einer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag über den Stand der Verhandlungen mit der Deutschen Fussball-Liga über die Fernsehübertragung der Bundesliga. (AP Photo/Michael Probst)
Das Logo der Deutschen Fussball-Liga DFL erscheint am Dienstag, 1. November 2005 im Sucher einer Fernsehkamera vor einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Das Bundeskartellamt informiert bei einer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag über den Stand der Verhandlungen mit der Deutschen Fussball-Liga über die Fernsehübertragung der Bundesliga. (AP Photo/Michael Probst)

Bonn – Gute Nachrichten für Fußballfans: Sie können die Höhepunkte der Bundesliga weiter samstags vor 20.00 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen sehen. Das Bundeskartellamt lehnt ein von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) angestrebtes Vermarktungsmodell ab, weil es dies trotz einiger Nachbesserungen nicht ausreichend gewährleistet. Behördenchef Bernhard Heitzer erklärte am Donnerstag in Bonn, falls die Liga an ihren Plänen festhalte, werde das Kartellamt das Vorhaben förmlich ablehnen.

Das Kartellamt wolle den Zuschauern die Auswahl erhalten und sie vor Ausbeutung durch Pay-TV-Anbieter schützen, sagte Heitzer. Zwar sei eine zentrale Vermarktung der Bundesligarechte zulässig – aber nur, wenn der Verbraucher an den Vorteilen beteiligt werde. Dazu müsse die Highlight-Berichterstattung große Teile eines Spieltages umfassen, zeitnah zu sehen und weiten Teilen der Bevölkerung zugängig sein.

Zeitnah bedeutet für die Wettbewerbsbehörde eine Ausstrahlung vor 20.00 Uhr, die aber nicht unbedingt die ARD-“Sportschau“ übernehmen muss. Sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Sender kämen in Frage, erklärte Heitzer. „Die Highlight-Berichterstattung ist in der Vergangenheit auch von Privatsendern erfolgreich wahrgenommen worden.“ So wurden die Bundesliga-Höhepunkte bis 2003 vom Privatsender Sat.1 gezeigt. Heitzer widersprach Vorwürfen, man stelle sich schützend vor die Interessen der ARD.

In der Auseinandersetzung geht es darum, dass die DFL den Pay-TV-Sendern mehr Exklusivität bei der Übertragung der Bundesliga-Spiele einräumen und so einen höheren Preis für die Rechte erzielen will. Würden die Spiele nicht wie bisher in einer Zusammenfassung vor 20.00 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen gesendet, gäbe es für Fußball-Fans mehr Anreize, einen Bezahlsender zu abonnieren.

Steigende Preise für Pay-TV befürchtet

Wenn man den DFL-Plan akzeptiert hätte, wären wegen der Exklusivität vermutlich auch die Preise für die Pay-TV-Kunden gestiegen, sagte Heitzer. „Wer das für graue Theorie hält, dem sei ein Blick nach England empfohlen.“ Die Höhepunkte der britischen Premier League würden erst ab 22.20 Uhr frei in der BBC gezeigt. Fans mit Interesse an zeitnaher Berichterstattung müssten dort monatlich umgerechnet 80 Euro zahlen und bekämen dafür nicht einmal alle Spiele zu sehen. Zwar seien die Verhältnisse dort nicht eins zu eins mit der Situation in Deutschland vergleichbar. Doch führe kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass eine „größere Exklusivität auch höhere Verbraucherpreise“ bedeute.

Der Kartellamtschef wies nachdrücklich Vorwürfe zurück, das Kartellamt gefährde mit seinem Veto die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Vereine, weil diese sich wegen fehlender Einnahmen keine Superstars mehr leisten könnten. „Dies kann keine Rechtfertigung für Monopolgewinne auf Kosten der Verbraucher sein.“ Die DFL und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatten zuvor finanziellen und sportlichen Nachteilen für den deutschen Fußball gewarnt.

„Dringende Empfehlung“ an die DFL

Für die DFL wird es nach der klaren Ansage des Kartellamts jetzt eng. Heitzer sagte, die von der Behörde genannten Bedingungen seien als „dringende Empfehlung“ zu verstehen, der die DFL Folge leisten sollte. Ansonsten gebe es Sanktionsmöglichkeiten, beispielsweise in Form einer Unterlassungsverfügung. „Aber das ist ein Worst-Case-Szenario“, betonte der Kartellamtschef.

Die DFL hatte nach seinen Worten in einem Gespräch am Dienstag einige Zugeständnisse gemacht und unter anderem eine zeitnahe Zusammenfassung des Freitagsspiels der Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen angeboten. Die Verbesserungen seien aber noch nicht ausreichend gewesen.

Solange der Konflikt andauert, kann die DFL nicht mit der Ausschreibung der TV-Rechte-Vermarktung für die Spielzeiten 2009 bis 2015 beginnen. Für ein exklusiveres Paket als bisher hat der DFL-Vermarktungspartner Sirius aus dem Umfeld des Medienunternehmers Leo Kirch drei Milliarden Euro geboten. Die Vorgaben des Kartellamts wollte Sirius-Sprecher Hartmut Schultz am Donnerstag nicht kommentieren und kündigte weitere Gespräche mit der Deutschen Fußball-Liga an. (AP)

 

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