Nachrichten Deutschland – Bundeswehr mustert aus Spargründen 60 Prozent ihrer U-Boote aus – Claus-Peter Tiemann
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Geldnot Bundeswehr mustert aus Spargründen 60 Prozent ihrer U-Boote aus

Claus-Peter Tiemann

21.06.2010

(ohne Unterschrift)
(ohne Unterschrift)

Hamburg (apn) Die Bundeswehr hat aus Geldnot mehr als die Hälfte ihrer U-Boot-Flotte stillgelegt und ausgemustert. Die sechs betroffenen Boote sollen verkauft oder verschrottet werden, wie ein Flottensprecher am Montag in Glücksburg der Nachrichtenagentur DAPD bestätigte. Damit hat die Marine jetzt nur noch vier U-Boote im Dienst.

Außerdem wurde auch bei der Überwasserflotte mit Einsparungen begonnen: Der Munitionstransporter „Westerland“ wurde ebenfalls aussortiert. Auf die gesamte Bundeswehr kommen nach einer von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg geplanten Neuausrichtung enorme Sparauflagen zu. Die sechs stillgelegten Boote gehören zur Klasse 206 A, die nach ursprünglichen Plänen bis maximal 2015 hätten fahren sollen. Die vorgezogenen Ausmusterung spart Millionenbeträge an Wartungs- und Werftkosten.

Die vier verbleibenden Boote gehören zum Typ 212. Sie gelten wegen ihres Antriebs über Brennstoffzellen als die modernsten nicht-atomaren U-Boote weltweit. Personalkürzungen sind laut Marinesprecher im Zuge der Stilllegung nicht vorgesehen, wie der Sprecher einen Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ bestätigte.

Sollten ursprünglich sowjetische Schiffe stoppen

Die U-Boote der Klasse 206 A wurden zwischen 1973 und 1975 in Dienst gestellt. Sie sind zum Schutz gegen Minen aus unmagnetischem Stahl gebaut. Die U-Boote sind sehr kurz und schmal, sie wurden vor allem für den Einsatz in der flachen Ostsee gebaut. Ursprünglich sollten sie in einem Krieg mit dem früheren Ostblock verhindern, dass Schiffe der Roten Armee aus den Ostseehäfen in die Nordsee durchbrechen.

Die Besatzungen der alten Boote sollen umgeschult werden. In Zukunft soll jedes der vier modernen Boote zwei Besatzungen haben, die sich ablösen. So können die modernen Schiffe besser genutzt werden. Zwei weitere Boote der deutlich größeren Klasse 212 für die Marine sind in Bau.

Fünf der jetzt stillgelegten Boote liegen in Eckernförde, dem Heimathafen der U-Bootflotte. Das sechste Boot liegt noch in Kiel und kann im Rahmen der Kieler Woche ein letztes Mal von den Bürgern besichtigt werden. Anschließend wird es auch nach Eckernförde geschleppt.

Guttenberg hatte vor einer Woche im „Spiegel“ gesagt: „Wir müssen in den kommenden Jahren Milliardenbeträge einsparen. Sparen ohne Reform ist nicht denkbar.“ Dass die Strukturen der Bundeswehr sich ändern müssten, sei eine „grundsätzlich erkannte Notwendigkeit“. Der Verteidigungsminister will bis Anfang September klären, welche Folgen eine Verkleinerung der Truppe um bis zu 40.000 Soldaten hätte. Dabei soll auch die Zukunft der Wehrpflicht geprüft werden. (AP)

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