Aktuelle Nachrichten – International
06.02.2011
Perth – Die Aufräumarbeiten nach dem wochenlangen Hochwasser und dem Durchzug des Zyklons "Yasi" sind noch nicht abgeschlossen, da hat Australien erneut mit der Natur zu kämpfen: In einem Vorort der Stadt Perth wüteten am Sonntag zwei Buschbrände, mindestens 35 Häuser wurden zerstört. Die Feuerwehr forderte die Bewohner der Umgebung auf, sich in Sicherheit zu bringen. Verletzt wurde niemand.
Die Flammen loderten im Norden und Südosten von Perth, der Hauptstadt der Region Westaustralien. Der Brand in Roleystone im Südosten brach am Sonntag aus. Fernsehbilder aus einem Hubschrauber zeigten mehrere Häuser in Flammen. Heißer Wind fachte das Feuer immer wieder an. Weiter nördlich, im Bezirk Swan Valley, waren 150 Feuerwehrleute mit sechs Löschhubschraubern im Einsatz, um einen weiteren Buschbrand zu bekämpfen. Der Brand begann am Samstagabend und vernichtete bis Sonntag rund 800 Hektar Buschland.
Der Osten des australischen Kontinents erholte sich unterdessen von dem Zyklon "Yasi", der auch nach der Herabstufung zu einem Sturmtief immer noch Regen und heftige Böen mit sich brachte. Besonders betroffen war am Samstag die Großstadt Melbourne, wo in der Nacht innerhalb weniger Stunden bis zu 175 Millimeter Regen fielen. Windböen bis 130 Kilometer pro Stunde rissen Bäume um, wie die Meteorologen mitteilten. Die Kanäle konnten das Wasser nicht schnell genug aufnehmen. Das Wasser stand in den Straßen und überschwemmte Häuser. Der Katastrophenschutz SES erklärte, 84 Menschen hätten aus Autos oder Häusern gerettet werden müssen. Eine 26-jährige Studentin aus England wurde schwer verletzt, als ein Ast auf ihr Zelt fiel.
In der vom Zyklon verwüsteten Küstenstadt Tully Heads begannen Polizei und Streitkräfte mit einer Bestandsaufnahme und gingen von Haus zu Haus. Die am schlimmsten getroffenen Gebäude markierten sie zur Warnung der Bewohner mit den Worten "No Go". Von einigen Häusern blieben nur Trümmer zurück. Eine Schicht aus braunem Schlick bedeckte die Straßen und verbreitete einen fauligen Gestank.
Die Einwohner suchten am Samstag in den Trümmern nach ihren Besitztümern, die von "Yasi" teils mehrere hundert Meter weit verstreut wurden. So fand der Familienvater Ian Barrett das Bett seiner kleinen Tochter einen halben Kilometer die Straße hinunter. Das Haus der Familie stand zwar noch, war aber fast leer. Wind und das Wasser rissen alles mit sich: Möbel, Spielzeug, Küchengeräte. "Fragen Sie mich nicht, wo mein Kühlschrank ist. Ich habe keine Ahnung", sagte Peter Burt, der gemeinsam mit seinem Sohn neben seinem zerstörten Haus stand.
Die Stromversorgung wurde langsam wieder hergestellt und auch die Telefonleitungen funktionierten wieder. Rund 4.000 Soldaten wurden ausgesandt, um die Straßen zu räumen. Allerdings behinderten weitere heftige Regenfälle in einigen Teilen des Katastrophengebiets die Aufräumarbeiten.
(dapd)
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