Washington/Bagdad - Im Bemühen um eine neue Irak-Strategie hat sich US-Präsident George W. Bush am Montag mit Vertretern einer parteiübergreifenden Expertenkommission beraten. Er sei beeindruckt gewesen von den Fragen, die die Mitglieder des Gremiums gestellt hätten, sagte Bush. «Sie wollen, dass wir im Irak Erfolg haben, genauso wie ich will, dass wir Erfolg haben. Damit hatten wir eine wirklich gute Diskussion», erklärte Bush. Der Ausschuss unter Leitung des ehemaligen Außenministers James Baker will seine Empfehlungen bis Ende des Jahres vorlegen.
Das Ziel im Irak sei eine eigenständige Regierung, die sich selbst verteidigen und als Verbündeter im Kampf gegen den Terror dienen könne, sagte Bush. Bush und die Kommissionsmitglieder hätten ihre Meinungen ausgetauscht, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow. Es sei nicht um die Vorstellung von Alternativen gegangen, sondern um eine Einschätzung der derzeitigen Lage.
In der Irak-Kommission sind Republikaner und Demokraten vertreten, bislang arbeitete auch der künftige Verteidigungsminister Robert Gates mit. Die Mitglieder führten am Montag auch Gespräche mit dem scheidenden Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, Außenministerin Condoleezza Rice, Vizepräsident Dick Cheney und dem US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad. Der Ausschuss will seine Empfehlungen bis Ende des Jahres vorlegen.
US-General John Abizaid, der Befehlshaber des Oberkommandos Mitte, kam unterdessen in Bagdad mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zusammen. Bei dem Gespräch ging es um die «Wirkung benachbarter Staaten auf die Sicherheitssituation im Irak», wie die Regierung mit Bezug auf Syrien und den Iran mitteilte.
Bei einem Bombenanschlag auf einen Kleinbus kamen am Montag in Bagdad mindestens 20 Menschen ums Leben, 18 weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt. In der nordirakischen Stadt Mossul erschossen Unbekannte einen Kameramann des Fernsehsenders Al Scharkijah. In der Provinz Dijala nordöstlich von Bagdad wurde ein Mitglied des Stadtrats getötet, ein weiteres wurde verletzt. Die irakischen Streitkräfte meldeten in der Region den Fund von 50 Leichen.
Das türkische Außenministerium gab am Montag den Tod eines Türken bekannt, der im Juli im Irak entführt worden war. Die Familie des Getöteten identifizierte die Leiche anhand eines Fotos. Der Leichnam war vor sechs Wochen nahe einer Straße zum Bagdader Flughafen gefunden worden.
(AP)
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