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Finanzkrise Cameron warnt vor Auseinanderbrechen der Währungsunion

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17.05.2012

Spaniens Finanzminister Cristobal Montoro vor einem Treffen in Madrid. Angst um die Stabilität der Eurozone treibt Europas Mnister um.   Foto: AP Photo/Paul White
Spaniens Finanzminister Cristobal Montoro vor einem Treffen in Madrid. Angst um die Stabilität der Eurozone treibt Europas Mnister um.

Foto: AP Photo/Paul White

Madrid – Der britische Premierminister David Cameron hat vor einem möglichen Auseinanderbrechen der Währungsunion gewarnt. Die Gefahr für die Eurozone seien die "hoch verschuldeten" Volkswirtschaften Portugal, Spanien und Italien, sagte er in einer Rede in Manchester am Donnerstag. Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy schlug derweil Alarm, die Finanzmärkte könnten sein Land angesichts hoher Zinsen für Staatsanleihen von den internationalen Märkten ausschließen.

Während Griechenland vor der zweiten Wahl in zwei Monaten steht, aus denen Umfragen zufolge Euro-feindliche Parteien gestärkt hervorgehen könnten, machte Cameron Druck auf die 17 Mitgliedstaaten der Währungsunion. "Entweder Europa hat eine engagierte, stabile, erfolgreiche Eurozone mit einer effektiven Firewall, gut kapitalisierten und regulierten Banken, ein System der fiskalischen Lastenteilung und eine unterstützende Geldpolitik in der Eurozone", sagte er. "Oder wir haben ungesichertes Terrain mit Gefahren für alle." Insgesamt sei die Produktivität in Europa niedrig und es fehle an wirtschaftlicher Dynamik. "Das bleibt die Achillesferse", erklärte Cameron. Welcher Pfad auch immer beschritten werde, er sei bereit, das Notwendige zu tun, um die britische Wirtschaft zu schützen, bekräftigte er.

Hohe Zinsen für spanische Staatsanleihen

Rajoy warnte derweil vor einem Ausschluss Spaniens von den internationalen Märkten. "Im Moment besteht das ernsthafte Risiko, dass die Investoren uns kein Geld leihen werden oder nur zu astronomischen Zinsen", sagte Rajoy vor spanischen Abgeordneten. Spanien muss in diesem Jahr rund 30 Milliarden Euro an Zinsen für seine Schulden zahlen. Vor Journalisten erklärte der Regierungschef, die eingeleiteten Maßnahmen in Spanien seien richtig, allerdings könne die EU mehr tun. "Der Euro muss gestärkt werden", sagte er. "Ich will nicht, dass Griechenland aus dem Euro austritt." Das wäre ein großer Fehler. "Ich glaube, dass die Nachhaltigkeit der öffentlichen Schulden garantiert werden muss und dass wir alle unsere Verpflichtungen erfüllen müssen."

Der spanische Anleihenmarkt hatte indessen weiterhin mit schlechten Vorzeichen zu kämpfen. Die Zinsen für spanische Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von zehn Jahren lagen am Donnerstag bei 6,28 Prozent – und damit 481 Basispunkte höher als die Zinsen für deutsche Bundesanleihen. Am Vortag hatten die Zinsen sogar kurzzeitig einen Stand von 6,46 Prozent erreicht.

Die Sieben-Prozent-Marke bei Staatsanleihen gilt als wichtige Grenze, ab der ein Staat seine Schulden langfristig nicht mehr refinanzieren kann. In Griechenland, Irland und Portugal hatten die Zinsen diesen Wert überschritten, bevor ihre Regierungen im vergangenen Jahr Hilfe bei EU und Internationalem Währungsfonds suchten.

(dapd)

 

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