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CDU will öffentlich-rechtliche Stiftung am Disibodenberg

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10.09.2012

Historische Klosterruine Disibodenberg Foto: ddp images / dapd/dapd
Historische Klosterruine Disibodenberg

Foto: ddp images / dapd/dapd

Mainz – Im Streit um das Erbe der Heiligen Hildegard von Bingen auf dem Disibodenberg bei Bad Sobernheim plädiert die CDU für eine Übernahme der Klosterruine durch die öffentliche Hand. Wenn die privaten Eigner finanziell und zeitlich überfordert seien mit der Aufgabe, "dieses herausragende Kulturgut zu erhalten und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen", dann müsse nun "das Land Verantwortung übernehmen", forderten die CDU-Abgeordneten Bettina Dickes und Gerd Schreiner am Montag in Mainz.

Denkbar wäre laut Dickes und Schreiner, die private Scivias-Stiftung in eine öffentlich-rechtliche Stiftung zu überführen. Voraussetzung sei aber, dass das Grundstück mit dem Besucherzentrum wieder in den Besitz der Stiftung rückübertragen werde. Weitere Landesgelder dürften aber nur fließen, wenn die Kontrolle des Landes über deren Verwendung gesichert sei.

Die Scivias-Stiftung wird heute geleitet von den Eheleuten von Racknitz-Adams, die auf dem Gelände auch ein Weingut betreiben. Anders als die Stiftungsgründerin Ehrengard von Racknitz, die sich Ende 2010 zurückgezogen hatte, sehen die Nachfolger sich nach eigenen Aussagen nicht in der Lage, neben ihrem neu aufgebauten Weingutbetrieb auch noch den touristischen Betrieb an der Klosterruine zu organisieren.

Stattdessen hat Stiftungsvorstand Matthias Adams vorgeschlagen, den Zugang zur Klosterruine vom Weingut weg auf die andere Seite des Disibodenbergs zu verlegen. Für Unmut sorgt dabei vor allem, dass Adams offenbar in aller Stille das Gelände, auf dem das mit Steuergeldern errichtete Besucherzentrum steht, aus dem Stiftungsbesitz in den Familienbesitz rückübertragen hat.

Die Rechtmäßigkeit dieser Rückübertragung wird derzeit von der Stiftungsaufsicht geprüft. Das Wirtschaftsministerium prüft zudem eine mögliche Rückforderung von Fördergeldern, die seit den späten 1990er Jahren gezahlt wurden. Das Kulturministerium sieht eine mögliche Lösung in der Trennung des Eigentums am Disibodenberg vom touristischen Betrieb und hat für den 24. September alle Beteiligten zu einem Gespräch am Runden Tisch geladen.

dapd

 

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