Peking – Die jüngsten Unruhen von Tibetern sind in China von Protesten muslimischer Uiguren begleitet worden. Die Behörden von Hotan in der westlichen Provinz Xinjiang bestätigten am Mittwoch mindestens eine Demonstration am 23. März. Dabei habe es einige Festnahmen gegeben. Berichte über Verletzte lägen nicht vor, und die Lage habe sich seither wieder normalisiert.
Über die Proteste hatte zuerst der von der US-Regierung finanzierte Sender Radio Free Asia berichtet. Demnach demonstrierten am 23. und 24. März in Hotan und einem Nachbarbezirk mehrere hundert Uiguren. Die Proteste hätten sich gegen ein Verbot von Kopftüchern in der überwiegend muslimischen Region gewandt. Außerdem sei ein Ende der Folter von Uiguren und die Freilassung aller politischen Gefangenen gefordert worden. Auslöser sei der Tod eines uigurischen Geschäftsmanns in Polizeigewahrsam gewesen.
Ein Vertreter der Regionalregierung in Hotan sagte indessen, die Demonstration habe nichts mit dem Kopftuchverbot zu tun gehabt, das im übrigen nur am Arbeitsplatz bestehe. Die Proteste seien vielmehr eine Reaktion auf „die Unruhen in Tibet“ gewesen. Die Demonstranten wollten Xinjiang von China abtrennen und dort einen muslimischen Staat errichten, sagte Fu Chao. In Xinjiang gibt es eine separatistische Bewegung der zumeist muslimischen Uiguren, die dort etwa 45 Prozent der Bevölkerung stellen.
Auf der Regierungswebsite hieß es, eine kleine Gruppe – darunter Terroristen, Separatisten und religiöse Extremisten – hätten Unruhe gestiftet, seien aber von der Polizei gestoppt worden. Ein weiterer Beamter aus Hotan sagte auf Anfrage, Dutzende Demonstranten seien festgenommen worden. Die Rädelsführer befänden sich weiterhin in Haft, andere seien nach einer „Belehrung“ wieder freigelassen worden. (AP)
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