Aktuelle Nachrichten – China - Politik
02.05.2012
Foto: AFP/Getty Images
Nach Berichten der chinesischsprachigen Epoch Times am 2. Mai beruhte die erfolgreiche Flucht des blinden Menschenrechtsanwalts Chen Guangcheng aus seinem Hausarrest nicht auf reinem Glück, sondern sei von Premierminister Wen Jiabao unterstützt worden. Ein hochrangiger Informant innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) äußerte gegenüber der Epoch Times: „Das Personal von Wen Jiabao hat einen Teil der Wächter, die Chen Guangcheng überwacht haben, erfolgreich auf seine Seite gebracht." Außerdem existiere der Konflikt zwischen Wen Jiabao und Zhou Yongkang, dem Generalsekretär des Komitees für Politik und Recht, schon lange und es sei eine deutliche Verschärfung zu erwarten.
Nach Berichten der New York Times und von BBC hat Chen Guangcheng das Mitleid eines Wächters erweckt. Er sei über mehrere Mauern geklettert, habe einen kleinen Fluss überquert und sei schließlich aus seinem Dorf geflüchtet. Der Informant fügte hinzu, dass der gut durchdachte Plan nur eine begrenzte Rolle bei seiner erfolgreichen Flucht gespielt habe. „Die Anhänger von Wen Jiabao haben einen Teil der Wächter auf ihre Seite gebracht und sie vorher über seine Flucht und den ungefähren Zeitraum informiert."
Epoch Times zitierte Berichte von Medien aus Hongkong, die die Aussage des Informanten untermauerten. Diesen zufolge hat Chen Guangcheng bei seiner Flucht von vielen Seiten Unterstützung bekommen. Der Wächter vor seiner Haustür habe „aus Gewissensgründen die Augen geschlossen" und ihn entkommen lassen. Außerdem hätten einige Wächter ihm zuvor gesagt: „Wenn du fliehen willst, werden wir so tun, als ob wir nichts gemerkt haben."
Im Jahr 2008 hatte die Frau von Chen Guangcheng einen Offenen Brief an Wen Jiabao geschrieben und ihn gebeten, die Aufmerksamkeit der Führungsebene der KPCh auf die demütigende Situation von Chen Guangcheng und auf ihr eigene zu lenken. Nach Aussage des Informanten habe Wen Jiabao damals den Befehl gegeben, Chen sofort aus dem Gefängnis zu entlassen. Dieser Befehl sei aber von Zhou Yongkang kritisiert worden. Zhou Yongkang habe begründet, dass „Vertreter" feindseliger ausländischer Mächte streng bestraft werden müssen.
Als der Hollywood Star (Batman-Darsteller) Christian Bale im Jahr 2011 wegen seines Versuchs, Chen Guangcheng zu besuchen, von Wächtern geschlagen wurde, habe Wen Jiabao noch einmal die Handlungen des Komitees für Politik und Recht unter der Führung von Zhou Yongkang kritisiert. Aber fünf Tage nach diesem Skandal, der durch die Weltpresse ging, wurde die Stadt Linyi, wo Chen Guangcheng lebte, von Li Changchun, einem ständigen Mitglied des Politbüros, als „Stadt von hoher Bildung und Höflichkeit" bezeichnet.
Original-Artikel auf Chinesisch: 【独家】温家宝插手-陈光诚最终走脱有内情
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