China News - Politik – China: Heftige Bauernproteste und Trauer in Wukan – Ying Hartmüller
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Landenteignung China: Heftige Bauernproteste und Trauer in Wukan

Ying Hartmüller

17.12.2011

Weiße Bänder als Zeichen der Trauer tragen die Bewohner am Tag der Trauerfeier für Xue Jinbo.    Foto: AFP/AFP/Getty Images
Weiße Bänder als Zeichen der Trauer tragen die Bewohner am Tag der Trauerfeier für Xue Jinbo.

Foto: AFP/AFP/Getty Images

Die Enteignung von Land ist Ursache der Proteste in dem chinesischen Fischerdorf Wukan. Seit September wehren sich die Bewohner in der Provinz Guangdong gegen Geschäftemacherei und Korruption der örtlichen kommunistischen Parteikader. Ein Mann namens Xue Jinbo starb im Polizeigewahrsam. Seitdem ist das Vertrauen in die Obrigkeit vollkommen zerstört.

Am 15.12. berichteten zwei 16-Jährige im Internet über die Situation in Wukan. Sie sagten: „Die Regierung hat Menschen festgenommen und zu Tode geprügelt. Wie können die Schüler noch in die Schule gehen wollen. Viele Menschen bleiben zuhause. Die Regierung sagt, dass Xue Jinbo eines natürlichen Todes gestorben sei. Als seine Angehörigen und einige Dorfbewohner zu ihm gingen, war er bereits tot. Man sah Blut an seinem Körper und überall waren blaue Flecken. Ihnen wurde nicht erlaubt, Handys zu verwenden oder zu fotografieren. Sie ließen auch nicht zu, dass die Dorfbewohner seine Leiche zurücktransportieren.“

Die Internetbenutzer fragten sie, ob die Dorfbewohner Schwierigkeiten hätten, nachdem das Dorf abgeriegelt worden war. Die beiden Jungen antworteten: „Es ist sehr schwierig hinein oder heraus zu kommen. Nur die bekannten Leute können das machen. Jeder muss sich registrieren lassen. Es gibt bewaffnete Polizisten an jedem Eingang, die die Menschen identifizieren… Jetzt kann das Handy noch verwendet werden, aber man muss sehr vorsichtig reden. Im Moment reicht die Nahrung noch über 10 Tage. Da dies ein Fischerdorf ist, gibt es noch Nahrung.“

„Der Tod von Xue Jinbo schweißt die Dorfbewohner noch mehr zusammen“, heißt es auf einem bei Youtube veröffentlichten Video. „Die Polizisten haben an allen Zugängen zu unserem Dorf Kontrollstationen errichtet, um zu verhindern, dass Menschen das Dorf betreten oder verlassen. Gleichzeitig versuchen die Dorfbewohner zu vermeiden, dass die Polizisten ins Dorf zurückkommen, um Menschen zu verschleppen. Wir haben ebenfalls an den Zugängen Barrikaden errichtet. Wir verwenden Holz, Nadelbretter usw. um die Straßen zu versperren. Alle Dorfbewohner sind der Meinung, dass die Stadtregierung nicht in der Lage ist, Probleme zu lösen. Stattdessen setzen sie viele Polizisten ein, um die Dorfbewohner mit Gewalt zu unterdrücken. Sie haben sogar Menschen getötet. Wahrscheinlich müssen wir kämpfen bis zum Tod.“

Auf einem Video vom 16. 12., dem Tag der Trauerfaeier, spricht Xue Jiangwan, die älteste Tochter von Xue Jinbo (http://www.youtube.com/watch?v=bjuuIlB6Vbs&feature=related). Sie weint und sagt: „Sie holten meinen Vater aus der Kühltruhe. Er sah ganz anders aus. Seine Augen waren geschlossen, sein Mund stand offen. Auf seiner Brust war die Haut zerrissen. Er hatte überall blaue Flecken. Seine Hände waren geschwollen und seine Daumen waren offensichtlich gebrochen. Er hatte Platzwunden an der Stirn und am Kinn und überall war Blut. Auch seine Nasenlöcher waren gefüllt mit getrocknetem Blut. Hier (am Hals) war alles schwarz. Sein Gesicht und sein Körper hatten unterschiedliche Farben. Es war blau, violett und schwarz. Auch auf seinem Rücken waren Verletzungen, die von Fußtritten stammen. In der Nähe seiner Lungen war eine starke Schwellung. Seine Knie waren ebenfalls verfärbt und die die Haut war gerissen. Von Knie bis zu den Knöcheln war alles blau und geschwollen.“

 

 

 

 

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