China News - Menschenrechte – China: Hochschwangere Frau laut Ehemann zur Zwangsabtreibung gezwungen – DAPD
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Ein-Kind-Politik China: Hochschwangere Frau laut Ehemann zur Zwangsabtreibung gezwungen

DAPD

21.10.2010

Peking – Im Zuge der Ein-Kind-Politik ist in China eine im achten Monat schwangere Frau offenbar zur Abtreibung gezwungen worden. Wie ihr Ehemann am Donnerstag mitteilte, wurde seine Frau vor anderthalb Wochen von zu Hause abgeholt und drei Tage in einer Klinik durch Beamte der Kommission für Familienplanung festgehalten. Schließlich sei mit einer Spritze die Fehlgeburt eingeleitet worden. Seine Frau habe geschrien und sich mit Händen und Füßen gewehrt, als sie abtransportiert worden sei, sagte der Bauarbeiter Luo Yanquan. Das Paar hat bereits eine 9 Jahre alte Tochter.

Rigide Umsetzung der Geburtenkontrolle

China ist mit 1,3 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land. Es verfolgt seit Jahren eine strikte Ein-Kind-Politik. Eltern, die dagegen verstoßen, drohen hohe Geldbußen, Beschlagnahme ihres Vermögens sowie Arbeitsplatzverlust. Immer mehr brutale Fälle von Zwangsabtreibungen auch im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft werden bekannt, da die Opfer in Zeiten des Internets damit zunehmend an die Öffentlichkeit gehen. Von Polizei und Justiz bekommen die Opfer kaum Unterstützung, obwohl Zwangsabtreibungen illegal sind.

Ein Beamter der Familienplanungskommission im Bezirk Siming, der für Luo und seine Frau Xiao Aiying zuständig ist, sagte, Xiao sei nicht im achten sondern sechsten Monat schwanger und die Abtreibung freiwillig gewesen. Luo habe ihr zugestimmt. Luo bestreitet das. Er habe nie irgendetwas unterschrieben. Er habe die Polizei angerufen, doch die habe darauf verwiesen, dass Familienplanung nicht unter ihre Zuständigkeit falle. Daraufhin richtete er einen Blog ein, um die Welt auf den brutalen Fall von Zwangsabtreibung aufmerksam zu machen. Seine Frau habe den erzwungenen Schwangerschaftsabbruch am 14. Oktober gehabt. Xiao sei immer noch im Krankenhaus und müsse möglicherweise operiert werden, um Teile der Plazenta, die in der Gebärmutter zurückgeblieben seien, vollständig zu entfernen. Die beiden 36-Jährigen wurden nicht über das Geschlecht des Fötusses informiert. (dapd)

 

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