Aktuelle Nachrichten – China - Gesellschaft
02.12.2008
Peking – Die Zahl der Opfer des chinesischen Baby-Milch Skandals liegt deutlich höher als bislang angenommen. Das Gesundheitsministerium in Peking teilte am Montagabend mit, die Kontamination des Milchpulvers mit der Chemikalie Melamin sei offenbar für den Tod von sechs Babys und die Erkrankung von 294.000 Säuglingen verantwortlich. Die meisten Kinder litten nach dem Verzehr der vergifteten Milch an Nierensteinen.
Zuletzt war von drei Toten und rund 50.000 Erkrankten die Rede gewesen. Den Milchlieferanten wird vorgeworfen, die Milch mit Wasser gestreckt und dann mit Melamin versetzt zu haben, um ihre Profitmarge zu erhöhen. Das Melamin täuscht einen höheren Proteingehalt vor. Der Skandal wurde im September bekannt.
Auch bei diesen Zahlen kann niemand überprüfen, ob sie den Tatsachen entsprechen. Bereits vor vier Jahren starben 12 Kinder und Hunderte bekamen einen Wasserkopf infolge gepanschter Milch. Es folgten Untersuchungen, und 40 Unternehmen kamen auf eine „schwarze Liste“. Die Firma Sanlu - die im jüngsten Skandal den größten Schaden verursacht hat - beschwerte sich, die Testergebnisse würden nicht stimmen, und schaffte es – wohl nach Bestechung von KP-Beamten mehrerer Ebenen – wieder von der Liste gestrichen und keinen weiteren Kontrollen ausgesetzt zu werden. Dass chinesische Markenfirmen oft von Kontrollen befreit werden, während Importe aus dem Ausland streng kontrolliert werden, ist gängige Praxis in China. Man will damit den innerchinesischen Markt beleben. (ap/rls)
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