China News - Menschenrechte – China sagt Aufklärung über Misshandlung von ARD-Interviewpartner zu – DAPD
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China sagt Aufklärung über Misshandlung von ARD-Interviewpartner zu

DAPD

16.06.2006

Peking/Berlin - Nach dem tätlichen Angriff auf einen Interviewpartner der ARD in China wächst der Druck auf die Regierung in Peking, den Vorfall aufzuklären. Die Bundesregierung forderte eine offizielle Untersuchung, ebenso die Organisation Reporter ohne Grenzen. Diese erklärte, die Misshandlung des Aktivisten sei insbesondere im Hinblick auf die Berichterstattung über die Olympischen Spiele 2008 in Peking bedenklich.

Der chinesische Regierungskritiker Fu Xiancai wurde bei dem Überfall in der vergangenen Woche so schwer verletzt, dass er vom Hals abwärts gelähmt ist. Zwei Wochen zuvor hatte die ARD ein Interview ausgestrahlt, in dem sich Fu darüber beschwerte, dass er von der Regierung nicht wie versprochen für die Umsiedlung entschädigt wurde, die wegen des Baus des umstrittenen Drei-Schluchten-Damms notwendig geworden war. Fu wurde zum Polizeiverhör einbestellt und kurz darauf von Unbekannten zusammengeschlagen.

Die Bundesregierung verlangte von der chinesischen Regierung in aller Form Aufklärung über den Vorfall. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Jäger, sagte, am Mittwoch sei eine Démarche der deutschen Vertretung beim Außenministerium in Peking erfolgt. Die chinesische Seite habe Aufklärung zugesagt.

Reporter ohne Grenzen forderte den chinesischen Außenminister auf, sich einzuschalten. «Ihr Ministerium ist für die Organisation und Regulierung der Arbeit ausländischer Journalisten auf chinesischem Territorium verantwortlich, deshalb sind Sie auch verantwortlich für die Sicherheit derjenigen, mit denen diese Interviews führen», erklärte die Organisation. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums sagte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz, die Regierung prüfe die Angelegenheit.

Laut Jäger forderte die deutsche Vertretung auch eine angemessene Behandlung des verletzten Fu. Über den aktuellen Fall hinaus seien die Arbeitsbedingungen deutscher und anderer internationaler Korrespondenten in China «nachdrücklich angesprochen» worden. Es sei bereits eine Abstimmung mit den Botschaften der anderen EU-Länder erfolgt mit dem Ziel, auch im Hinblick auf die Olympia-Berichterstattung vernünftige Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.

(AP)

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