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"Nicht erreichbar" China sperrt Websiten von „New York Times“ und BBC

DAPD

20.12.2008

Hier fand man noch ein üppigeres, wenn auch unvollständiges Internet-Angebot ... Ausländischer Journalist Im Pekinger Pressezentrum während der Olympischen Spiele. (AP Photo/Oded Balilty)
Hier fand man noch ein üppigeres, wenn auch unvollständiges Internet-Angebot ... Ausländischer Journalist Im Pekinger Pressezentrum während der Olympischen Spiele. (AP Photo/Oded Balilty)

Der Zugang zur Website der New York Times ist offenbar seit Donnerstag abend in China gesperrt, wie die Zeitung heute berichtete. Erst wenige Tage zuvor hatte die Regierung in Peking ihre Ansicht bekräftigt, dass sie das Recht habe, von ihr als illegal betrachtete Inhalte im Internet zu zensieren. Computernutzer, die in Peking, Shanghai oder Guangzhou versuchten, auf die Website der New York Times zu gelangen, erhielten nur eine Fehlermeldung, wonach die Seite nicht erreichbar sei. Das für das Internet in China zuständige Ministerium für Industrie und Informationstechnik war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Auch das chinesische Angebot von BBC wurde in den letzten Tagen gesperrt, sowie das von Voice of Amerika. Außerdem sind Webseiten wie Asiaweek und Reporter ohne Grenzen nicht mehr abrufbar. Die sonst sehr strikte Internetzensur war nach Protesten von Journalisten für die Zeit der Olympischen Spiele zwar nicht aufgehoben, aber doch vorübergehend eingeschränkt worden. So waren Websites wie die der BBC oder Wikipedia von China aus plötzlich zugänglich. Chinakritische Seiten wie die Epoch Times waren aber auch während der Spiele nicht abrufbar. Viele bedienten sich jedoch spezieller Software, beispielsweise der Tools der in Amerika ansässigen Organisaiton CIFG, mit der sie die Internetblockade umgehen konnten.

Wie heise berichtet, heißt es in einem BBC-Bericht: Da sich trotz aller Zensur die Meinungsverbreitung im Internet auch in China nicht vollständig unterbinden lasse, versuche die chinesische Regierung, die über Chats und Foren verbreiteten Ansichten und Gerüchte durch bezahlte und eigens dafür von der Kommunistischen Partei geschulte "Kommentatoren" zu beeinflussen oder ins Gegenteil zu wenden. Das Nachrichtenmagazin Far Eastern Economic Review berichtete bereits im August, dieser "Kommentatoren-Armee" gehörten etwa 280.000 Menschen an. Sie erhielten angeblich umgerechnet 5 Euro-Cent für jeden geposteten Kommentar. (jel)

 

 

 

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