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China und Japan wollen beim Klimaschutz zusammenarbeiten

Joseph Coleman

11.04.2007

Der chinesische Ministerpräsidenten Wen Jiabao und der japanische Regierungschef Shinzo Abe. (AP Photo/Toshifumi Kitamura, Pool)
Der chinesische Ministerpräsidenten Wen Jiabao und der japanische Regierungschef Shinzo Abe. (AP Photo/Toshifumi Kitamura, Pool)

Tokio – China und Japan wollen beim Klimaschutz und der Nutzung von Energiequellen enger zusammenarbeiten. Entsprechende Abkommen wurden am Mittwoch zu Beginn eines dreitägigen Besuchs des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao in Tokio unterzeichnet. Wen und der japanische Regierungschef Shinzo Abe betonten, dass ein Ausbau der Jahrzehnte lang gespannten bilateralen Beziehungen für beide Länder strategisch und auch persönlich von Nutzen sei.

Beim Klimaschutz geht es nach japanischen Regierungsangaben vordringlich um die Erarbeitung eines Nachfolgeabkommens zum Kyoto-Protokoll, das 2013 ausläuft. Die Zusammenarbeit auf dem Energiesektor soll sich vor allem auf die Nutzung von Erdgasreserven erstrecken. Der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge liegen diese in einem Meeresgebiet, auf das beide Länder territoriale Ansprüche erheben. Dieser Konflikt werde in dem Abkommen jedoch nicht erwähnt.

Schon vor der Ankunft Wens hatten japanische Medien berichtet, dass die Gebietsstreitigkeiten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs sowie andere historisch brisante Themen bewusst ausgeklammert werden sollten. Stattdessen sollten Wirtschaftsfragen im Mittelpunkt der Gespräche stehen. So vereinbarten beide Länder die Aufhebung eines seit vier Jahren geltenden chinesischen Embargos gegen japanische Reisimporte. Auf dem Besuchsprogramm Wens standen auch eine Ansprache vor dem Parlament in Tokio sowie ein Empfang bei Kaiser Akihito.

Es ist der erste Japan-Besuch eines ranghohen chinesischen Politikers seit sieben Jahren. Abe leitete mit seiner Reise nach China im vergangenen Oktober eine Tauwetterperiode in den bilateralen Beziehungen ein. Sein Amtsvorgänger Junichiro Koizumi hat China und andere Nachbarstaaten wiederholt gegen sich aufgebracht, weil er regelmäßig einen Schrein besuchte, in dem auch japanische Soldaten geehrt werden, die heute als Kriegsverbrecher gelten.

Abe hat sich hier zurückgehalten, sich aber nicht von Koizumi distanziert. Ferner hat er die Rolle japanischer Soldaten bei der Ausbeutung von chinesischen und koreanischen Frauen als Sexsklavinnen im Zweiten Weltkrieg heruntergespielt. (AP)

 

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