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China und Japan wollen gemeinsam Druck auf Nordkorea ausüben

DAPD

08.10.2006

Japans Premierminister Shinzo Abe und seine Gattin Akie beim Abflug in Tokio.  (AP Photo/Kyodo News, Shin Kigeuchi)
Japans Premierminister Shinzo Abe und seine Gattin Akie beim Abflug in Tokio. (AP Photo/Kyodo News, Shin Kigeuchi)

Peking - China und Japan wollen gemeinsam Druck auf Nordkorea ausüben, damit das kommunistische Regime auf einen angekündigten Atomtest verzichtet. Der chinesische Präsident Hu Jintao und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe zeigten sich am Sonntag «tief besorgt» über einen möglichen Nukleartest und kündigten an, man wolle Nordkorea gemeinsam zum Umdenken bewegen. Abe war kurz zuvor in Peking eingetroffen. Ziel des Besuchs war es, den internationalen Druck auf Pjöngjang zu koordinieren.

Es war das erste offizielle japanisch-chinesische Gipfeltreffen seit fünf Jahren. «Nordkorea darf keine Nukleartests durchführen», sagte Abe vor seiner Abreise auf dem Flughafen von Tokio. Der Regierung in Pjöngjang müsse klar gemacht werden, dass das Land weiter isoliert werde und sich seine Lage verschlechtere, wenn es seine Pläne nicht revidiere. Japan hat bereits angekündigt, in diesem Fall über eine Ausweitung der wirtschaftlichen Sanktionen nachzudenken. Der UN-Sicherheitsrat hatte Nordkorea am Freitag zum bedingungslosen Verzicht auf den Atomwaffentest aufgefordert.

Mit seinem Besuch in Peking wollte der vor zwei Wochen zum Regierungschef gewählte Abe auch die angespannten Beziehungen zwischen Japan und China verbessern. Abe erklärte, er wolle sich für Fortschritte mit Hilfe des Dialogs einsetzen. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao sagte, friedliche Beziehungen seien im Interesse beider Völker.

Japan will im UN-Sicherheitsrat auf scharfe Sanktionen gegen Nordkorea dringen, falls die Regierung in Pjöngjang der internationalen Forderung nach einem Verzicht auf einen Atomwaffentest nicht nachkommen sollte. Das japanische Außenministerium sprach am Samstag von einer «ernsten Bedrohung des Friedens und der Sicherheit in Nordostasien und der Welt». Sollte Nordkorea den Test durchführen, müsse der Sicherheitsrat eine Resolution mit «schweren Strafmaßnahmen» verabschieden, verlangte die Regierung in Tokio. Auch Südkorea warnte, die Führung in Pjöngjang werde für die Folgen eines Atomtests zur Verantwortung gezogen. Ein solcher Test würde Nordkorea in keiner Weise helfen, erklärte das Außenministerium in Seoul.

Der UN-Sicherheitsrat hatte Nordkorea am Freitag zum bedingungslosen Verzicht auf den Atomwaffentest und eine Rückkehr zu den Sechs-Parteien-Gesprächen über einen Stopp des Atomwaffenprogramms verlangt. Diese Verhandlungen boykottiert Nordkorea seit einem Jahr.

Pjöngjang nennt Bedingungen

In Südkorea erklärte unterdessen ein früherer Abgeordneter, Nordkorea habe China die Bedingungen für einen Stopp des Atomtests mitgeteilt. Jang Sung Min sagte unter Verweis auf ein Telefongespräch mit einem chinesischen Diplomaten, Pjöngjang fordere bilaterale Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Man werde jedoch die Vorbereitungen für den Test beschleunigen, falls die USA Sanktionen verhängen oder einen militärischen Angriff planen sollten. Nordkorea wies demnach auch Spekulationen zurück, wonach ein Atomtest unmittelbar bevorstehe.

(AP)

 

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