Chinas berühmte Terrakotta-Krieger in Gefahr

Laut Bericht der chinesischen Zeitung Pekinger Jugend vom 6. Juli dieses Jahres könnte sich das Mausoleum des ersten Qin Kaisers innerhalb der nächsten 100 Jahre in eine Kohlemine verwandeln. Als …

Laut Bericht der chinesischen Zeitung Pekinger Jugend vom 6. Juli dieses Jahres könnte sich das Mausoleum des ersten Qin Kaisers innerhalb der nächsten 100 Jahre in eine Kohlemine verwandeln. Als Quelle des Berichtes wurde Dr. Cao Junji, ein Mitarbeiter des Umwelt Instituts der chinesischen Akademie der Wissenschaften, genannt.

Derzeit arbeitet Dr. Cao zusammen mit dem Kaiser Qin – Terrakotta-Krieger- und Pferde-Museum an einem Forschungsprojekt über die Luftverschmutzung im Museum. Dieses zweijährige Projekt begann im März 2005. Laut Angaben von Dr. Cao ist der langsame Zerfall der weltberühmten Terrakotta-Krieger- und Pferde des in Xi’an befindlichen Mausoleums des ersten Qin Kaisers schwerer Luftverschmutzung zuzuschreiben. Seitdem die über 2.000 Jahre in der Erde vergrabenen Terrakotta-Figuren freigelegt wurden, sind diese durch Oxidation und Wassereinbruch bedroht. Es wird angenommen, dass die Nasen und Haare der Figuren langsam zerfressen und die Arme von den Statuen abfallen werden, wenn diese Situation andauert.
Vermutlich rührt die Luftverschmutzung von den insgesamt über zwei Millionen Besuchern pro Jahr her. Dem Bericht zufolge legte ein Forscher ein weißes Blatt Papier im Museum aus, das nach 24 Stunden eine dunkelgraue Färbung zeigte und mit Kohlenstoffteilchen bedeckt war. Nach Aussage eines bekannten Experten für Luftqualität sind die Kohlenstoffteilchen ein Reaktionsprodukt des Atems der Touristen mit Ammonium-Substanzen aus ihrer Kleidung.
Neben der Luftverschmutzung werden diese Terrakotta-Figuren zusätzlich langsam von Schimmelpilzen zersetzt. Zeitweise waren die Figuren durch über 40 verschiedene Pilzarten kontaminiert. Zurzeit sind über 1.400 von Pilzen befallen.
Im Jahre 1987 wurden diese für den ersten Qin Kaiser erschaffenen Figuren von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes als achtes Weltwunder aufgenommen. Wenn nicht sehr bald Schutzmaßnamen ergriffen werden, so Dr. Cao, wird sich das Kaiser-Mausoleum nach hundert Jahren in eine Kohlemine verwandelt haben. Würde diese Vorhersage eintreten, wäre das ein ungeheuerer Verlust, nicht nur für das chinesische Volk. Sollten diese wertvollen Relikte aufgrund schlechter Behandlung verloren gehen, müsste die Regierung Chinas mit starkem Druck aus der Gesellschaft rechnen.