Esskastanien und Ingwer in der Krankheitsbehandlung

Wussten Sie schon, dass der Kastanienbaum einst der „Brotbaum der Armen“ genannt wurde? Besonders für die alpine Bergbevölkerung war sie einst das tägliche Brot während der langen Wintermonate, bevor sie …

Wussten Sie schon, dass der Kastanienbaum einst der „Brotbaum der Armen“ genannt wurde? Besonders für die alpine Bergbevölkerung war sie einst das tägliche Brot während der langen Wintermonate, bevor sie von anderen Nutzpflanzen wie Mais und Kartoffeln, die aus der „neuen Welt“ eingeführt wurden, verdrängt wurde – die Kastanienhöfe wurden verlassen, die Kastanienwälder verwilderten.

Seit 25 Jahren wird der Kastanienanbau in den südlichen Alpen  wiederbelebt. Forstingenieure rekultivieren die Kastanienhänge, um der einheimischen Frucht den ihr zustehenden Platz wieder zukommen zu lassen – denn die Kastanie ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen wie Vitamin C, B1, Beta-Karotin, Calcium, Phosphat und Eisen. Im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln verfügt sie zudem über einen höheren Gehalt an lebenswichtigen Nährstoffen. Ihr Nährwert soll über dem von Weizenbrot liegen.
Auch der therapeutische und medizinische Wert der Kastanie ist erstklassig. In der chinesischen Medizin heißt es, dass die Kastanie von Natur aus einen süßlichen Geschmack hat, den Magen nährt und Milz und Nieren stärkt.
Der legendäre chinesische Arzt Li Shizhen aus der Ming-Dynastie untersuchte die Kastanie ausgiebig: „Leute, die innerlich Kälte und heftigen Durchfall haben, sollen 20 bis 30 geröstete Kastanien essen – die Krankheit wird geheilt werden.“ Kastanien helfen ebenfalls bei einer schwachen Milz, einem schwachen Magen oder bei Nierenproblemen.
Im alten China wurden Kastanien auch bei Blutungen eingesetzt. In einem Kompendium der chinesischen Medizin, „Materia Medica von Yunnan“, heißt es: „Rohe Kastanien können blutiges Erbrechen, Nasenbluten, Blutungen aus dem Verdauungstrakt und andere Blutungen stoppen.“ Heute weiß man, dass Kastanien wegen ihres hohen Gehaltes an Eisen tatsächlich gut bei Blutarmut (Anämie) wirken, doch die heute verschriebenen Eisenkonzentrate in Tablettenform können eine Blutung und die ihr zugrunde liegende Erkrankung nicht mehr heilen.
Sowohl die heutige Medizin wie die moderne Forschung sind der Auffassung, dass Kastanien in Bezug auf Bluthochdruck und  Arterienverhärtung vorbeugend wirken. Es scheint an der Zeit, wieder mehr auf dieses Grundnahrungsmittel zu setzen, das in weiten Teilen Europas unseren Vorfahren ihr tägliches Brot beschert hat.
Ingwer bei der Behandlung von „kalten“ Erkrankungen
Ingwer kann nicht nur als Gemüse oder Gewürz, sondern auch in der Medizin eingesetzt werden.Der chinesischen Medizin zufolge wirkt der Ingwer in den Energiekanälen der Lunge, der Milz und des Magens.  Laut Forschungsarbeiten von Pharmakologen verlangsamt Ingwer den Alterungsprozess, verfügt über  eine antioxidative Wirkung und kann sowohl die Sekretion von Verdauungssäften wie die Verdauung selbst fördern. Da er über die Nieren ausgeschieden wird, sollte er nicht bei Nierenerkrankungen eingesetzt werden.
Die traditionelle chinesische Medizin unterscheidet zwischen „kalten“ und „heißen“ Erkrankungen: Bei der ersten Gruppe an Krankheiten herrscht ein Mangelzustand vor, das einem Mangel an der Lebensenergie Qi entspricht, wie zum Beispiel bei der Niereninsuffizienz, Leberzirrhose, oder bei der Arthrose. Bei der zweiten Gruppe hingegen ist es ein Überfluss, der einem Überschuss an Qi entspricht, so etwa bei Entzündungen und Infektionen. Entsprechend dieser Einteilung eingnen sich manche Heilpflanzen zur behandlung von „heißen“ und andere zur Behandlung von „kalten“ Krankheiten.

Der Ingwer schmeckt würzig und kann bei Erkältungen, Husten und zur Befreiung von Schleim eingesetzt werden. Er wird bei der Behandlung von „kalten“ Krankheiten eingesetzt und sollte nicht bei „heißen“ Erkrankungen verwendet werden. In der chinesischen Medizin werden die verschiedenen Nahrungsmittel in wärmere und kältere Nahrungsmittel eingeteilt. Ihre Temperatur bestimmt zu einem gewissen Teil die Wirkung auf den Körper.
Das Prinzip ist, das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen: Wenn ein Leiden als kalt eingestuft wird, so wie Husten oder eine laufende Nase, sollte man wärmere Nahrung zu sich nehmen wie Ingwer oder Frühlingszwiebelsuppe. Wenn eine Erkrankung jedoch als heiß eingestuft wird, so wie eine trockene Rachenentzündung oder Schwitzen, sollte man kühlere Nahrungsmittel wählen, wie zum Beispiel Bananen, Gurken, Tofu etc.. Ein bekanntes Hausrezept als effektives Mittel gegen Erkältungen: gekochter Ingwer mit braunem Zucker – heiß getrunken.
Erschienen in The Epoch Times Deutschland Nr. 16/09

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