Anhörung im kanadischen Parlament über Organraub in China

  Die Menschenrechtsorganisation des kanadischen Parlaments hielt am 5. Februar im Parlament Hill in Ottawa eine Anhörung zum Thema Organraub an Falun Gong-Praktizierenden in China ab. Die bekannten Menschenrechtsanwälte David …

 

Die Menschenrechtsorganisation des kanadischen Parlaments hielt am 5. Februar im Parlament Hill in Ottawa eine Anhörung zum Thema Organraub an Falun Gong-Praktizierenden in China ab. Die bekannten Menschenrechtsanwälte David Matas und David Kilgour trugen ihre Untersuchungsergebnisse vor und beantworteten Fragen der Abgeordneten. Viele Abgeordnete waren der Meinung, dass die Beweise sehr aussagekräftig seien und dass die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) diese Untaten wirklich begangen habe.
Nach Angaben der chinesischsprachigen Epoch Times, Dajiyuan, hat David Kilgour über die Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden seit deren Beginn im Jahr 1999 berichtet. Seit dem Jahr 2001 seien mehrere tausend Falun Gong-Praktizierende ermordet und ihre Organe an chinesische und ausländische Patienten verkauft worden. Kilgour sei mit David Matas zu der Erkenntnis gekommen, dass die einzige plausible Erklärung für die Herkunft von 41.500 transplantierten Organen zwischen 2000 und 2005 der Organraub an Falun Gong-Praktizierenden sei.
David Matas habe über die Beweise für den Organraub gesprochen. Seit Beginn der Verfolgung seien mehrere hunderttausend Falun Gong-Praktizierende von der KPCh in die Arbeitslager geschickt worden. Die inhaftierten Falun Gong-Praktizierenden haben über zwangsweise medizinische Untersuchungen berichtet. Es seien auch Leichen von Praktizierenden gefunden worden, die während der Verfolgung gestorben sind, deren Organe entnommen waren. Außerdem haben Krankenhäuser in China auf ihren Internetseiten eindeutige Preise für Organtransplantationen bekanntgegeben. Die Wartezeiten seien sehr kurz, jedoch fehlen die Einverständniserklärungen der „Spender“.
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Kilgour und Matas haben dem Parlament unter anderem vorgeschlagen, den internationalen illegalen Organhandel gesetzlich zu bekämpfen, den am Organraub Beteiligten die Einreise zu verweigern und die Achtung der Menschenrechte als Bedingung für Handelsbeziehungen zu machen.
Der kanadische Parlamentsabgeordnete und Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation Scott Reid vertrat die Ansicht, dass der Organraub immer mehr Aufmerksamkeit errege. Viele Abgeordnete äußerten während und nach der Anhörung, dass sie die Beweise für glaubwürdig halten. Reid fügte hinzu, dass solche Anhörungen der erste Schritt seien und dass chinesische Unternehmen, die in Kanada investieren wollen, auf ihre Verwicklung in Menschenrechtsverletzungen untersucht werden sollen.
Dajiyuan berichtete, dass der ehemalige Abgeordnete Borys Wrzesnewskyj bereits im Jahr 2008 dem Parlament vorgeschlagen habe, den illegalen Organhandel als Beteiligung an Mord zu betrachten. Dieser Antrag sei jedoch nicht weiter diskutiert worden. Der Abgeordnete Irwin Cotler meinte während der Anhörung, er hoffe, dass ein solcher Antrag erneut gestellt werde.