Journalist von „People’s Daily“ verlässt öffentlich die Kommunistische Partei

Hongkong – „Ich habe viele Jahre für die ‚People’s Daily‘ in China gearbeitet. Leider konnte ich überhaupt keine Fortschritte im Hinblick auf Menschenrechte in China finden. Sie haben ihre Versprechen …

Hongkong – „Ich habe viele Jahre für die ‚People’s Daily‘ in China gearbeitet. Leider konnte ich überhaupt keine Fortschritte im Hinblick auf Menschenrechte in China finden. Sie haben ihre Versprechen nicht gehalten und die Menschenrechtssituation wird immer schlechter.“

Qiu Mingwei, ein Journalist, der für Chinas Propagandablatt „The People’s Daily“ gearbeitet hat und nach Hongkong geflohen ist, hat am 23. August auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass er aus der Kommunistischen Partei Chinas und allen ihr angeschlossenen Organisationen ausgetreten ist. Er ist damit der erste Mitarbeiter einer Organisation, die direkt mit dem Zentralen Propaganda Ministerium verbunden ist, der die KPCh unter Nennung seines wahren Namens verlässt.*
Qiu arbeitete als Leiter der Abteilung vom „People’s Forum“ der „People’s Daily“, dem Haupt-Sprachrohr der KPCh. Ende Juni diesen Jahres fuhr er nach Hongkong zu einer Konferenz der International Federation of Journalists. Während seines Aufenthalts wurde er fotografiert, wie er am 1. Juli-Marsch in Hongkong teilnahm, einer alljährlichen Demonstration für Demokratie und Menschenrechte. Er floh aus China nach Hongkong am 30. Juli.
Viele Medien waren zu seiner Pressekonferenz erschienen, auf der Qiu ziemlich aufgeregt seine öffentliche Erklärung abgab. „Noch während ich für ‚People’s Daily‘ arbeitete, habe ich schon die Möglichkeit genutzt, die Website der Epoch Times zu besuchen und bei dem „Quit the CCP Service Center“ meinen Austritt zu erklären. Heute gebe ich auch öffentlich bekannt, dass ich alle Verbindungen zur KPCh durchtrenne, das sind die Jungen Pioniere, die Jugendliga und die Partei.“
Qiu gab bekannt, dass er einer Reihe von Vergeltungsmaßnahmen ausgesetzt war, als er nach Peking zurückkehrte. Sein Chef erklärte ihm, dass der Daily ihm seine Journalistenlizenz entziehen und ihn feuern würde. Sein Telefon wurde abgehört und seine Wohnung war von den Behörden durchsucht worden. Er durfte sich nicht frei bewegen und er wurde angezeigt wegen Kollaboration mit dem Feind.
Zusätzlich wurde er gezwungen, eine Unterschrift auf ein leeres Blatt Papier zu setzen. Jeder kann darauf nun beliebige Statements setzen und das als Qius offizielle Erklärung ausgeben, sollte es Fragen aus der internationalen Gesellschaft geben.
Qiu beschrieb die extensive Einflussnahme der KPCh im Ausland. „Die KPCh schickt Kultur-Spione los, um in ausländische chinesische Medien zu gehen und in Webseiten, sie greifen Dissidenten an und legen sie rein, einschließlich der Mitarbeiter in Medien, wie uns in China, die wir demokratische Bewegungen unterstützen.“
Qiu berichtete, dass jemand von „weiter oben“ ihm erklärt hat, dass die politische Verfolgung gegen ihn einsetzte, weil er einige Untersuchungen über die Verfolgung von Falun Gong angestellt hatte und weil er einigen Praktizierenden von Falun Gong geholfen hatte. „Er sagte, ich hätte ein paar negative Entdeckungen gemacht in Verbindung mit Landenteignung, Falun Gong und Korruption von lokalen Parteigrößen. Mir wurde jedoch gesagt, dass diese Probleme nicht von Bedeutung wären. Auf jeden Fall war die Beschäftigung mit dem Fall von Falun Gong nicht positiv für mich.“

Qiu erklärte, dass ihm später klar wurde: „Es geschah absolut nicht wegen meiner Teilnahme am 1. Juli-Marsch in Hongkong. Es hat absolut nichts damit zu tun, dass ich an der Konferenz in Hongkong teilnahm, oder dass ich ein paar Dissidenten getroffen habe. Es geschah, weil ich es wagte, Falun Gong-Praktizierenden zu helfen. Und darum geschieht das alles heute. Sie versuchen, alte und neue Rechnungen mit mir zu begleichen.“

Qiu erklärte, dass er mit eigenen Augen Zeuge der Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden gewesen wäre. Eines Tages sah er eine Frau, die von einem Beamten gejagt wurde, der Bittsteller abfangen sollte, und man ließ die Frau ertrinken, nachdem sie in einen Fluss gefallen war. „Ich war nicht der Einzige, der es sah“, sagte er. „Viele Bittsteller sahen was geschah. Wir waren alle erschüttert, als wir das gesehen haben. Ich fragte einen der Bittsteller, warum man so grausam mit einer Bittstellerin umging. Man sagte mir, sie sei eine Falun Gong-Praktizierende.“
Artikel (englisch): http://www.theepochtimes.com/n2/content/view/21442/
Originalartikel (chinesisch): http://epochtimes.com/gb/9/8/24/n2633680.htm

*Seit Dezember 2004 registriert The Epoch Times auf einer speziell eingerichteten Webseite den Wunsch der Chinesen, ihren Austritt aus der einzigen Partei ihres Landes und aus den ihr angeschlossenen Organisationen öffentlich zu erklären. Sie können dafür ein Pseudonym oder ihren wahren Namen benutzen.
In China, einem Land, in dem es nicht so einfach ist, mit einem Schreiben an die Partei seinen Austritt zu erklären, versuchten die Menschen, ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen. Ihre Idee war: würden immer mehr Menschen der KP Chinas ihr Misstrauen aussprechen, könnte irgendwann der kritische Punkt des Zusammenbruchs erreicht sein.
Tui Dang – Austreten aus der Partei heißt der Slogan, unter dem in mehr als viereinhalb Jahren über 50 Millionen Chinesen der KPCh ihre Gefolgschaft versagen. (red)

(Sun Qingtian/Epoch Times)
(Sun Qingtian/Epoch Times)