Organraub bestätigt – China in Erklärungsnot

Kanadisches Untersuchungsteam klagt an

Für Analysten ist es die „Einleitung zum chinesischen Super-GAU“, für Falun Gong eine Bestätigung der jahrelangen Aufklärungsarbeit, für das chinesische Regime ein „Versuch China zu verleumden“ und für die kanadischen Autoren David Kilgour, Parlamentsmitglied, und David Matas, international anerkannter Menschenrechtsanwalt, schlicht und einfach „das Ergebnis mehrerer Wochen Arbeit“. Abgesehen von den nicht an China interessierten Menschen, lässt der am 6. Juli veröffentlichte Bericht dieses hochkarätigen, kanadischen Untersuchungsteams momentan kaum jemanden kalt.
Die Essenz des 45 Seiten starken Dokumentes ist eine Bestätigung der Aussage von drei unabhängigen Zeugen im März diesen Jahres: Es existieren Todeslager in China mit mehreren Tausend Insassen, wo vorrangig Falun Gong-Praktizierende auf Abruf gehalten werden, um ihnen aus dem lebendigen Leib die Organe herauszuschneiden, die dann teuer verkauft werden. Die Leichname werden anschließend verbrannt.
Mit der Behauptung: „Falun Gong hat seine Methode geändert“ versuchte die chinesische Botschaft in Ottawa noch am selben Tag das Untersuchungsteam als Falun Gong-gesteuert hinzustellen. „Stimmt nicht“, weisen die Kanadier einen Tag später in einer schriftlichen Stellungnahme die „unüberlegte“ Erklärung der Botschaft zurück: „Wir sind keine Falun Gong-Praktizierenden. […]. Das Untersuchungsergebnis kam nicht aufgrund einer Anordnung irgendeines Falun Gong-Praktizierenden oder einer anderen Person zustande. […] Jeder Sachverhalt ist bewiesen und lässt sich unabhängig überprüfen.“
China befolge konsequent die Richtlinien der WHO aus dem Jahr 1991, ist vonseiten der chinesischen Vertretung zu hören. Organhandel sei verboten und der Organspender müsse im Voraus ein schriftliches Einverständnis vorzeigen.
Darauf die Reaktion des Teams: Bis zum April dieses Jahres seien die Preise für Organtransplantationen in China sogar im Internet abrufbar gewesen. Die auch von vielen NGOs, wie beispielsweise Human Rights Watch, aufgezeigten unrechtmäßigen Umstände der Inhaftierung und Einkerkerung in China zeigten, dass die Behauptung der Abgabe eines sogenannten „freien und freiwilligen Einverständnisses“ von Verurteilten völlig absurd sei.

Im Berliner Kurier vom 10. Juli äußerte sich Heiner Geißler, ehemaliger CDU-Generalsekretär: „Eine Überprüfung dieser Vorwürfe sei verboten worden. Kann ein solches Land sich anmaßen, Gastgeber der olympischen Jugend der Welt zu werden? Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees für China ist ein Skandal und hat schon jetzt die olympische Idee verraten.“

Der Bericht in deutscher Sprache:
Untersuchungsbericht als PDF herunterladen
Der Bericht in englischer und französischer Sprache
http://investigation.go.saveinter.net/.