Analyst: „Chinas Immobilien-Markt wird im September geköpft“

Die Welt schaut auf Chinas Immobilienblase, Chinas Statistik-Amt auch, und rückte am 18. Juni offiziell eine Zahl heraus, die das erste Mal seit 2 Jahren einen Abschwung bei den Preisen …

Die Welt schaut auf Chinas Immobilienblase, Chinas Statistik-Amt auch, und rückte am 18. Juni offiziell eine Zahl heraus, die das erste Mal seit 2 Jahren einen Abschwung bei den Preisen von Immobilien anzeigt: um 0,2 Prozent. 70 Groß- und Mittelstädte wurden untersucht. Der Preis sank in 35 der untersuchten Städte, das sind 27 Städte mehr als im April. 

In Peking sank der Preis auch bei Second-Hand-Wohnungen im Mai um 0,9 Prozent im Vergleich zum April, das ist der größte Preisabschwung seit 28 Monaten.
Von weiteren Gewinnmargen auf dem Immobilienmarkt  zu träumen, sei unangebracht, meinte ein Analyst von Centaline Property, der führenden Firma in China als Immobilien-Beratungs-Konzern. Immobilien-Entwickler sollten sich schon vor September nach neuen Geschäftsfeldern umschauen.
Nicht nur die Umsätze stagnieren oder sind rückläufig, auch die Preise fallen – sogar in den teuersten Städten der Kategorie 1. Dazu gehören Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen. In Shanghai wurden unlängst 60 Luxuswohnungen für einen Quadratmeterpreis von 50.000 Yuan (5.900 Euro) angeboten, der Preis war Ende April schon auf 36.000 Yuan (4.200 Euro) gesunken.         
Eilverkäufe wegen Korruptionsuntersuchungen oder Geldbedarf
Auffallend viele Wohnungsbesitzer wollen jetzt ihre Immobilien abstoßen. Die „Wirtschafts- und Finanztageszeitung Nr. 1" in China berichtete, dass man in 17 der 33 Provinzen von China angefangen habe, Immobilien im Privatbesitz zu registrieren. Viele ihrer Besitzer versuchen nun, sie noch schnell billig und anonym zu verkaufen. Manche wollen damit eventuell gegen sie laufende Korruptionsverfahren unterlaufen und das Geld anonymisieren.
Chinas führendes Online-Wirtschaftsportal Sina Finance deckte einen anderen interessanten Fall auf von einer Privatperson, die 99 Wohnungen billig verkaufen wollte. Inhaber war ein Kohle-Bergbau-Unternehmer aus der Provinz Shanxi, dessen Unternehmen dringend Kapital brauchte.
Wissenschaftler vom China Wirtschaftsforschungszentrum der Peking Universität berechneten, dass solche Unternehmer mehrere zehn Milliarden Yuan aus dem Verkauf der Pekinger Wohnungen ziehen, um sich aus der Kapitalklemme ihrer Unternehmen zu befreien.
Düstere Prognosen
Der in China bekannte Immobilien-Beobachter Niu Dao vermutet, dass der Immobilien-Markt in Peking im September „geköpft“ werde. Das werde der ganzen Branche den Todesstoß versetzen und nicht nur das. Als Folge prognostiziert er eine globale Wirtschaftskrise.
Dazu passen die Zahlen von dem enormen Immobilen Überhang in den größten Städten. In Peking gab es am 10. Mai 70.838 unverkaufte Wohnungen.  Bei einem durchschnittlichen monatlichen Verkauf von 2 – 3.000 Wohnungen reichen sie etwa zwei Jahre. Shanghai hatte Ende Mai einen „Lagerbestand“ von 65.987 Wohnungen und das aufstrebende Industriezentrum Shenzhen hatte noch eine Leerstand von über 50.000 Wohnungen.