Chinas rasante Kapitalflucht in fünf Zahlen

1. US-Immobilienmarkt profitiert von Chinesen

Durch Investitionen reicher Chinesen wird der amerikanische Immobilienmarkt 2013 einen Gesamtumsatz von 8,2 Milliarden US-Dollar erzielen. Dies ist die neueste Schätzung der Website Forbes. Rund 70 Prozent der Immobilien, die Chinesen in den USA kaufen, werden in Bar bezahlt, hieß es außerdem. Ein Zeichen dafür, dass noch mehr Kapital aus China schnell ins Ausland fließt.
2. Riesige Investitionen nach Südkorea
Eine Statistik der südkoreanischen Regierung über den Finanzsektor des Landes ermittelte, dass von Januar bis Ende Juni 2013 insgesamt 18 Milliarden US-Dollar von China nach Südkorea flossen. Das entspricht rund 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 2012 von Südkorea. Das Kapital wurde hauptsächlich im Aktienmarkt und Immobilienmarkt investiert. Eine Statistik des chinesischen Finanzsektors zeigte, dass von chinesischen Banken allein in den letzten zwei Monaten des Jahres 2012 rund 23,8 Milliarden US-Dollar an ihre Kunden ausgezahlt wurden.
3. Regime sieht Kapitalflucht auf historischem Höchststand
Auch die Disziplinar-Abteilung der Kommunistischen Partei Chinas gab eine offizielle Einschätzung der Kapitalflucht aus China heraus: Im Jahr 2013 werde die Marke von 1,5 Billionen US-Dollar geknackt. Damit würde sich die Geldmenge, die von China in andere Länder fließt, im Vergleich zum Vorjahr 2012 mehr als verdoppeln. Außerdem sei die Zahl der flüchtigen Beamten sehr hoch: Im Herbst 2012 kamen 1.100 Beamte nicht rechtzeitig aus dem Auslands-Urlaub zurück, gab die Partei bekannt. Chinas beliebteste Ferienzeit liegt zwischen dem Mond-Fest im September und den National-Feiertagen Anfang Oktober. Im Anschluss an die Urlaubssaison stellte man fest, dass 714 der „Urlaubsverlängerer“ nicht zurückkehrten und die Gelegenheit zum Absprung ins Ausland genutzt hatten.
4. Kinder zum Studium ins Ausland schicken ist bereits Standard
Dass 80 Prozent von Chinas Multimillionären bereits ihre Kinder ins Ausland gebracht haben, berichtete kürzlich Rupert Hoogewerf, der Herausgeber des „Hurun-Reportes“, der reichsten Chinesen. 43 Prozent von Chinas Elite-Nachwuchs hält sich demnach in den USA auf, 34 Prozent in Großbritannien. Als Multimillionäre bezeichnet Hoogewerf Chinesen mit einem Vermögen von mehr als zehn Millionen Yuan (umgerechnet circa 1,2 Mio. Euro). Hoogewerf berichtete, dass manche Eltern sogar im Ausland investiert hätten oder selbst ausgewandert seien, um die Ausbildung ihrer Kinder im Westen zu gewährleisten.
5. Chinesen machen Aktien und Anleihen flüssig
Das Geld der Reichen und Superreichen fließt einerseits aus China hinaus und in ausländische Immobilienmärkte hinein. Andererseits ziehen die Chinesen ihr Geld auch aus dem chinesischen Aktienmarkt zurück. Von Anfang Januar bis Anfang Oktober 2013 haben fast eine Million Kunden Positionen mit A-Aktien gekündigt, sagt eine aktuelle Studie der chinesischen Börsen. Allein in September 2013 wurde eine Summe von 76,5 Milliarden Yuan (ca. 9,6 Mrd. Euro) von den Börsen abgezogen. Chinas vier beliebteste Aktiengesellschaften (China Oil, Commercial Bank, Agricultural Band und Bank of China) haben in den vergangenen Monaten fast 100.000 Aktionäre verloren.