Erneut Wasserwerk in chinesischer Großstadt abgestellt

Wegen Flussverseuchung nach Chemieunfall

Yilan/China – Wegen der Verseuchung des chinesischen Flusses Songhua ist ein Wasserwerk der Großstadt Jiamusi vorsorglich außer Betrieb genommen worden. Das teilte die Stadtverwaltung am Samstag mit. Die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, das Werk produziere 70 bis 80 Prozent des Wasserbedarfs für die 480.000 Einwohner. Eine Mitarbeiterin der Stadtwerke erklärte, Jiamusi verfüge aber über tiefe Brunnen, aus denen Trinkwasser gefördert werden könne.

Ihren Angaben zufolge wurden hunderte Dorfbewohner nahe Jiamisu angewiesen, kein Wasser mehr aus flachen Brunnen am Flussufer mehr zu verwenden. Die Regierung ordnete an, die betroffenen Menschen mit Trinkwasser aus Flaschen zu versorgen. Auch Feuerwehrwagen und andere Lastfahrzeuge waren im Einsatz. Der Giftteppich soll Jiamusi am Dienstag erreichen.
Am Freitag war Umweltminister Xie Zhenhua zurückgetreten. Im staatlichen Fernsehen hieß es, die oberste Umweltschutzbehörde habe der sich anbahnenden Katastrophe im Nordosten des Landes nicht genügend Beachtung geschenkt. Es wurde damit gerechnet, dass das Benzol Ende nächster Woche die Grenze zu Russland erreicht, wo der Songhua in den Heilong fließt, der auf Russisch Amur heißt. In der Grenzstadt Chabarowsk bereiteten sich die russischen Behörden auf den Katastrophenfall vor.
Die Umweltkatastrophe begann am 13. November mit einer Explosion in einer Chemiefabrik. In der chinesischen Millionenstadt Harbin fiel die Wasserversorgung fünf Tage lang aus. (AP/DNE)

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